Künstliche Intelligenz ermöglicht präzisere Beurteilung bei Multipler Sklerose und Demenz

Die Neuroradiologie am LUKS verwendet Software, um in Bildern automatisch krankhafte Veränderungen des Gehirns zu erkennen und zu quantifizieren. Damit lässt sich die Präzision und Qualität der Bildbeurteilung optimieren und objektivieren.

1. September 2020

Lesezeit: 2 Minuten
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Die MRI-Bildgebung ist für Hausärzte und Neurologen oft das wichtigste Kriterium für die Bewertung des Therapieerfolgs bei Multipler Sklerose. Geringe Veränderungen oder einzelne neue Läsionen können im MRI jedoch leicht übersehen werden. Unsere KI-Software verarbeitet standardisierte MRI-Daten und identifiziert selbständig MS-Plaques. Sie zählt diese, ordnet sie Hirnregionen zu, quantifiziert sie, und berechnet so die Läsionslast. Gleichzeitig werden relevante Gehirnregionen (z.B. graue/weisse Substanz) vermessen und mit Normalwerten von Gesunden verglichen.

Die erkannten Läsionen und deren Veränderungen werden farblich markiert. So wird die Gefahr Veränderungen zu übersehen, reduziert. Unabhängig von der KI-Auswertung beurteilen Fachärzte für Neuroradiologie die MRI-Bilder.

Exakter Vergleich mit Gesunden

Auch bei der Demenz ist die Bildgebung ein wichtiger Teil der Diagnostik. Die computerbasierte Morphometrie erlaubt eine Quantifizierung des individuellen Patientengehirns und über den Vergleich mit Gesunden eine Objektivierung der Befunde. Für das «advanced Neuroimaging» wird ein standardisierter 3D-MRI-Datensatz des Patienten mit einem Morphing- Verfahren auf ein Standardgehirn (gemittelter Datensatz von gesunden Probanden) übertragen und mit Atlasdaten zugeordnet. So kann jede anatomische Region vermessen und verglichen werden.

Diese Methode verhindert Fehlbeurteilungen und erlaubt manchmal, Verdachtsdiagnosen mit höherer Konfidenz zu stellen. Bei Verlaufsuntersuchungen kann so festgestellt werden, wenn Hirnregionen überaltersgemäss atrophieren. Beide hier vorgestellten Verfahren werden von der Neuroradiologie bereits in der Routine angewendet. Wir verwenden sie auch für die Beurteilung der Gehirnentwicklung von Kindern und bei der Diagnostik von Hirnschlägen.

Autoren: Dr. med. Alexander von Hessling und Dr. med. Justus Roos 

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