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Achtung Erstickungsgefahr: Erdnüsse sind nichts für Kleinkinder

In der Adventszeit behandelt das Luzerner Kantonsspital (LUKS) immer wieder Kleinkinder, die Erdnüsse oder andere kleine Gegenstände verschluckt haben. Das LUKS ruft deshalb zur Vorsicht auf und informiert über das richtige Verhalten im Notfall.
26. November 2025
Lesezeit: 2 Minuten
adobestock

Erdnüsse gehören für viele zur Vorweihnachtszeit einfach dazu. Für Babys und Kleinkinder können sie jedoch lebensgefährlich sein. «Die Luftröhre eines Kindes misst nur rund acht Millimeter – etwa so breit wie eine Erdnuss. Gelangt eine Erdnuss in die Atemwege, droht eine schwere Atemnot oder sogar ein vollständiger Verschluss», warnt Prof. Dr. med. Nicolas Regamey, Co-Chefarzt am Kinderspital Zentralschweiz.

Jährlich rund 30 Fälle am LUKS

Ob verschluckt oder in die Nase gesteckt: In der Adventszeit müssen am Kinderspital Zentralschweiz und in der HNO-Klinik des LUKS jedes Jahr rund 20 Kinder unter drei Jahren wegen Fremdkörpern in den Atemwegen behandelt werden. Am häufigsten sind Erdnüsse die Ursache, aber auch Steinchen, Perlen, Pflanzenteile, Plastikstücke oder Münzen können gefährlich werden. «Selbst ungekochte Apfel- oder Karottenstücke können bedrohlich sein, wenn sie in die Luftröhre gelangen», erklärt Regamey.

Von Atemnot bis Lungenentzündung

Im besten Fall hustet das Kind den Fremdkörper selbst aus. Im schlimmsten Fall besteht akute Erstickungsgefahr. Gelangt der Gegenstand in die Bronchien, drohen Atemnot, Husten oder eine Lungenentzündung. «Auch Stunden später kann es gefährlich werden, wenn der Fremdkörper durch anhaltenden Husten ungünstig verrutscht», sagt Prof. Dr. med. Thomas Linder, Chefarzt der HNO-Klinik. «Gerade in der Adventszeit, wenn verschluckbare Dekorationen in vielen Wohnungen liegen, möchten wir Eltern und Betreuungspersonen sensibilisieren», betont Linder.

Notfall – was ist zu tun?

Ruhe bewahren

Falls sichtbar, den Fremdkörper vorsichtig aus dem Mund entfernen. Achtung: Beim Herausziehen mit den Fingern kann der Gegenstand weiter in den Rachen gelangen.

Das Kind atmet nicht mehr:

  • Sofort Sanitätsnotruf 144 wählen.
  • Säuglinge: Mit dem Gesicht nach unten auf den Unterarm legen und mehrmals kräftig auf den Rücken klopfen.
  • Kinder ab 1 Jahr: Heimlich-Manöver anwenden: Hände in der Mitte des Bauchs verschränken und kräftig nach innen und oben drücken, um das Aushusten zu erleichtern. Wichtig: Nur im Notfall anwenden – nicht üben, Verletzungsgefahr!

Das Kind hustet und atmet, hat aber etwas verschluckt:

Ärztliche Untersuchung veranlassen. Der Fremdkörper kann sich trotzdem in den Atemwegen befinden.

Podcast zur Kindergesundheit

Erfahren Sie mehr zum Thema in Folge 7
Zum Podcast 'Dr. Schnodder & Co.'
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