Die passende Dosis für das Kind

Junge Patienten benötigen eine andere Behandlung als Erwachsene, aber welche? Solche Fragen untersucht das Kinderspital Luzern über ein Schweizer Forschungsnetzwerk von Universitäts- und regionalen Kinderspitälern.

27. April 2021

Lesezeit: 2 Minuten
Buettcher Michael WebseiteBanner

Ivermectin ist ein Medikament, das zur Behandlung von Krätze und anderen Parasitenerkrankungen eingesetzt wird. Der Wirkstoff tötet die Milben, die sich in die Haut eingraben und juckende Ekzeme auslösen. Das Medikament gibt es aber nur als Tablette für Erwachsene und Jugendliche. Für Säuglinge und Kleinkinder, die besonders häufig betroffen sind, ist es nicht zugelassen. Günstig wäre zudem eine kindergerechte Verabreichungsform, die sich genauer dosieren lässt und sich besonders schnell im Mund auflöst. Diesen Aspekten möchte eine vom Kinderspital Luzern geleitete Studie nachgehen. «Kinder sind keine kleinen Erwachsenen», sagt Forschungsleiter Dr. Michael Büttcher. Die jungen Patienten nähmen Medikamente anders auf und hätten einen anderen Stoffwechsel, deshalb bräuchten sie teilweise «sogar höhere Dosen. »

Das Ziel, die Behandlung von Erkrankungen von Kindern aller Altersgruppen zu verbessern, verfolgt der 2012 gegründete Forschungsverbund SwissPedNet. Beteiligt sind neben dem Kinderspital Luzern das Ostschweizer Kinderspital in St. Gallen, die Klinik für Kinder und Jugendliche am Kantonsspital Aarau, die Kinderklinik der Tessiner Kantonsspitalgruppe Ospedaliero Cantonale (EOC) sowie die Universitätskinderspitäler Basel, Bern, Genf, Lausanne und Zürich. «Einzelne Spitäler in der Schweiz sind zu klein, um die für eine hochwertige Studie nötige Patientenzahl zu erreichen», sagt Büttcher. Aktuell laufen unter dem Dach von SwissPedNet am Kinderspital Luzern etwa 60 Studien, so zur Erforschung von Asthma, Tuberkulose, Lungenentzündung und Covid-19.

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