Die Welt begeht den Tag der Frühgeborenen

Weltweit kommt rund jedes 10. Baby zu früh zur Welt. Das bedeutet für Eltern eine herausfordernde Zeit. Von Frühgeborenen spricht man, wenn sie vor der 37. Schwangerschaftswoche entbunden werden. Am Luzerner Kantonsspital können erfahrene Spezialisten Extrem-Frühgeborene bereits um die 24. Schwangerschaftswoche optimal betreuen wie dieses Jahr die kleine Rahel. Jährlich am 17. November erinnert der Welt-Frühgeborenen-Tag daran, wie wichtig die Betreuung und Begleitung dieser Familien ist.

17. November 2021

Lesezeit: 3 Minuten
Frühgeborene Rahel

Andres und Franziska Huwyler-Inauen mit ihrer Tochter Rahel.

An zwei von drei Tagen kam 2020 auch am Luzerner Kantonsspital (LUKS) ein Baby zu früh zur Welt. 249 wurden in der oder vor der 37. Schwangerschaftswoche geboren. Jede zweite Woche war es ein Extrem-Frühgeborenes vor der 28. Woche. Eines wog gar weniger als 500 Gramm. Insgesamt über 10'000 Tage wurden Neugeborene auf der Intensivstation oder auf der Neonatologie betreut.

Um die Versorgung zu früh und krank Neugeborener zu verbessern, lancierte das LUKS 2020 das Projekt Erst-Versorgung für die Neonatologie und setzt es seit 2021 um. Eine interprofessionelle Arbeitsgruppe verbesserte die Abläufe der Erstversorgung. So profitieren Früh- und Neugeborene von einer durchgängig integrierten Versorgung im Tandem von Ärzten und Pflegefachpersonen. Diese rasche und integrierte Erstversorgung erhöht die Sicherheit für einen bestmöglichen Start ins Leben.

Schöne und bange Momente

Nur 660 Gramm wog die kleine Rahel, die im Februar 2021 am LUKS geboren wurde – in der 25. Schwangerschaftswoche, 15 Wochen zu früh. Die Ärzte und Pflegeteams betreuten die Kleine professionell und führten gleichzeitig die Eltern in ihre neue Rolle ein. Eineinhalb Monate lag Rahel auf der Intensivstation. «Hier geschah der hautnahe Kampf ums Überleben mit schönen und bangen Momenten», erzählen die Eltern Andres und Franziska Huwyler-Inauen.

Es folgten knapp drei Monate in der Neonatologie des Kinderspitals. Die Eltern fühlten sich in dieser Zeit sehr kompetent, engagiert und herzlich begleitet und immer gut aufgehoben. «Wir erlebten ruhiges und besonnenes Handeln am Patientenbett und ein stets offenes Ohr für unsere Fragen und Anliegen.» Und wenn es angebracht war, habe es auch humorvolle Momente gegeben. «Dass Rahel heute so strahlen mag, ist alles andere als selbstverständlich», sagen die Eltern. 

Babies aus der ganzen Zentralschweiz

Die Neonatologie ist eine Spezialabteilung für pflege- und überwachungsbedürftige Neugeborene, die keine intensivmedizinische Behandlung benötigen. Spezialisierte Kinderärzte und Pflegepersonal sind rund um die Uhr präsent. Aus der ganzen Zentralschweiz sowie bei Bedarf aus anderen Spitälern werden Neugeborene zur medizinischen Versorgung ins Perinatalzentrum am LUKS verlegt. Hierfür steht eine speziell ausgestattete Babyambulanz zur Verfügung. Lufttransporte übernimmt die Rega.

Das Perinatalzentrum des LUKS gewährleistet als eines von neun in der Schweiz die intensivmedizinische Behandlung Früh- und Neugeborener und die Betreuung werdender Mütter während einer Risikoschwangerschaft oder -geburt. Heute sind am LUKS die Geburtshilfe und Neonatologie in der Frauenklinik und die Intensivstation für die Neugeborenen im Kinderspital räumlich getrennt. Für die künftige Zertifizierung eines Perinatalzentrums wird die räumliche Nähe vorausgesetzt. Auch darum baut das LUKS derzeit eine neue Frauenklinik und ein neues Kinderspital Tür an Tür.

Auch zum erwarteten Termin geborene Babies brauchen oft Fürsorge. Dabei steht die Behandlung von Infektionen, Atemproblemen und angeborenen Fehlbildungen (Neugeborenenchirurgie) im Vordergrund. Die Spezialisten der Pädiatrie (Neonatologie, Neurologie, Kardiologie usw.) und der Kinderchirurgie arbeiten dabei fachübergreifend und sehr eng zusammen. Insgesamt sind 2020 an den drei LUKS-Standorten 3393 Babies geboren worden. Mehr als 600 hatten eine Hospitalisation nötig.

Tag der Neugeborenen geht auf Stiftungsgründer zurück

Mit dem Weltfrühgeborenen-Tag soll auf die besonderen Risiken und Probleme für «Frühchen» und ihre Familien aufmerksam gemacht werden. Trotz aller medizinischen Fortschritte würden diese oft zu wenig wahrgenommen. Der entsprechende Tag wird in über 60 Ländern auf der ganzen Welt mit unterschiedlichsten Veranstaltungen begangen. Beschlossen wurde dieses Datum von der Europäischen Stiftung für die Pflege neugeborener Säuglinge (EFCNI). Es geht auf den Stiftungsgründer zurück, der nach dem Verlust seiner Drillinge im Dezember 2006 am 17. November 2008 Vater einer gesunden Tochter wurde.

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