Direkt zum InhaltDirekt zum Fussbereich

Ein gemeinsamer Weg zu mehr Klarheit: Das Delirkonzept der LUKS Gruppe

Mit Leidenschaft und Beharrlichkeit haben Annette Reuter und KD Dr. med. Daniel Vogel die Standardisierung des Delirmanagements innerhalb der LUKS Gruppe vorangetrieben. Ende 2024 wurde das erste standortübergreifende Delirkonzept eingeführt – ein Meilenstein für die gesamte Organisation.
30. April 2026
Lesezeit: 3 Minuten
Delirmanagement Konzept
KD. Dr. med. Daniel Vogel, Co-Chefarzt und Annette Reuter, klinische Pflegewissenschaftlerin

Ein Delir – auch Delirium oder akuter Verwirrtheitszustand genannt – ist ein plötzlich auftretender, meist vorübergehender Zustand, bei dem Bewusstsein, Aufmerksamkeit und Orientierung deutlich gestört sind. Es kann durch sehr unterschiedliche körperliche Belastungen ausgelöst werden, etwa Infektionen, Operationen, Stoffwechselstörungen, aber auch durch den Entzug von Alkohol oder Medikamenten.

Von Vielfalt zur Einheit

«Am LUKS und am Spital Nidwalden existierten bis vor Kurzem über 30 unterschiedliche Konzepte zum Umgang mit Delir, verteilt auf verschiedene Standorte und Abteilungen», erzählen Annette Reuter und KD Dr. med. Daniel Vogel. Annette Reuter ist Klinische Pflegewissenschaftlerin, Daniel Vogel Co-Chefarzt der Allgemeinen Inneren Medizin am LUKS Luzern. Gemeinsam haben sie die Standardisierung des Delirmanagements in den Spitälern der LUKS Gruppe vorangetrieben.

Die Vielfalt der Konzepte erschwerte die Orientierung und führte zu Uneinheitlichkeit in der Versorgung. Heute gibt es nur noch ein übergeordnetes Konzept. Darin sind ärztliche und pflegerische Prozesse genau definiert, die Umsetzung ist einfach und effizient.

Prävention und Sensibilisierung

Das Ziel ist klar: Mitarbeitende sollen Risikopatientinnen und -patienten frühzeitig erkennen und präventive Massnahmen einleiten. Das Screening mit spezifischen Tools für Notfall, Intensivstation und Pflegeabteilungen gehört inzwischen zum Alltag in allen Abteilungen. Dokumentation und Massnahmen erfolgen konsequent im Klinikinformationssystem Epic. Besonders wichtig: Die Prävention soll verhindern, dass Patientinnen und Patienten überhaupt ins Delir geraten. Passiert dies dennoch, enthält das Konzept eine Reihe von evidenzbasierten Massnahmen, die abgestimmt auf die betroffene Person angewendet werden können. 

Die Nachfrage nach internen Weiterbildungen steigt kontinuierlich. Das Thema ist inzwischen Teil des Assistentencurriculums in der Inneren Medizin. 2025 wurde zudem anlässlich des World Delirium Awareness Day eine interne Aktionswoche durchgeführt – mit täglichen Kurzinputs auf den Intensivstationen und gezielter Sensibilisierung für das neue Konzept.

«Das gewachsene Bewusstsein bei unseren Kolleginnen und Kollegen freut uns, wir sind jedoch noch nicht ganz am Ziel angelangt», sagt Daniel Vogel. «Wir werden die Prävention und die einheitliche Behandlung von Delir mit kontinuierlichen Schulungen und Sensibilisierungen weiter in der Organisation verankern.»

Delir bedeutet aus der Spur geraten – wir sorgen dafür, dass Patientinnen und Patienten schnell wieder Orientierung finden.

KD. Dr. med. Daniel Vogel, Co-Chefarzt und Annette Reuter, klinische Pflegewissenschaftlerin

Qualität im Fokus

Das Delirkonzept ist der erste interprofessionelle und standortübergreifende Ansatz dieser Art innerhalb der LUKS Gruppe. Es folgt konsequent dem PDCA-Zyklus, einem vierstufigen Modell zur kontinuierlichen Verbesserung: planen, umsetzen, prüfen und anpassen. Der Zyklus hilft dabei, Prozesse Schritt für Schritt zu optimieren, indem Ergebnisse regelmässig überprüft und Verbesserungen direkt umgesetzt werden. Derzeit werden Kennzahlen zur Qualitätssicherung erhoben. Schon jetzt zeigt sich: Mitarbeitende sind sensibilisiert, Prozesse greifen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Delir wird systematisch verbessert.

Ein breit abgestütztes Projekt

Das Projekt Delirmanagement wurde von einem interdisziplinären Kernteam erarbeitet. Unter der Leitung von Andrea Bürgi, Stellvertretende Leiterin Qualitätsmanagement am LUKS, haben neben Annette Reuter und Daniel Vogel auch Daniela Lazzarini-Baur, Stellvertretende Chefärztin an der Luzerner Psychiatrie und Leiterin des Konsiliar- und Liaisonpsychiatrischen Dienst LUKS / lups, Roland Sperb, Chefarzt Innere Medizin am LUKS Sursee, und Pia Pfenninger, Pflegeexpertin am LUKS Wolhusen, entscheidend mitgewirkt. Die Vernehmlassungsrunde war breit über die ganze LUKS Gruppe angelegt. Alle Stakeholder konnten ihre Perspektiven einbringen. So entstand ein Konzept, das von der gesamten Organisation getragen wird.

Annette Reuter und KD Dr. med. Daniel Vogel stehen stellvertretend für die vielen engagierten Mitarbeitenden, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Ihr Einsatz zeigt, wie durch interdisziplinäre sowie interprofessionelle Zusammenarbeit und klare Strukturen ein komplexes Thema erfolgreich gemeistert werden kann.

 

Dieses Porträt ist im Rahmen des Jahresberichts 2025 erschienen. Mehr zum Jahresbericht 2025 der LUKS Gruppe und weitere spannende Porträts finden Sie unter: luks.ch/jahresbericht 

Artikel teilen

Mehr zum Thema

Für LUKS-Newsletter anmelden

Wählen Sie Ihre Abonnements

War diese Seite hilfreich?