Ein Raum, der Hoffnung schenkt: Wie Licht und Umgebung zur Genesung beitragen

Als Leiterin der Intensivpflegestation (IPS) am Spital Nidwalden setzt Anita Fanger auf eine Pflege, die den Menschen in seiner Gesamtheit betrachtet. Heilung bedeutet für sie nicht nur medizinische Behandlung, sondern auch die Pflege der Patientinnen und Patienten sowie die Betreuung der Angehörigen. Die Gestaltung der Umgebung kann zusätzlich Sicherheit ermitteln und die Genesung unterstützen. Ein eindrückliches Beispiel dafür ist ein speziell eingerichtetes Zimmer auf der IPS, das im Rahmen des Forschungsprojekts CeilHeal – Therapeutische Systemdecke gemeinsam mit dem Institut für Innenarchitektur der HSLU entwickelt wurde.
Licht und Wirkung
Das Zimmer ist mehr als ein Raum, es ist Teil des therapeutischen Konzepts. Mit einer besonderen Deckenlampe, die den Tagesverlauf simuliert, erleben Patientinnen und Patienten Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und sogar Mondlicht. Morgens sorgt ein höherer Blauanteil im Licht für Wachheit, abends wird die Beleuchtung gedimmt und der Blaulichtanteil reduziert, um das Einschlafen zu erleichtern. Für medizinische Interventionen kann die Deckenlampe auf bis zu 1’000 Lux erhellt werden. Das ist vergleichbar mit der
Beleuchtung in einem modernen TV-Studio.
Ein weiterer zentraler Bestandteil ist die kunstvoll gestaltete Decke mit Motiven aus der Natur wie Blättern, Vögeln und Schmetterlingen. Manchmal binden Pflegende die Motive in das Patientengespräch ein und versuchen so, etwas Ablenkung und Freude in den oft monotonen Spitalalltag zu bringen. Rückmeldungen zeigen: Patientinnen und Patienten empfinden die Atmosphäre als beruhigend, Angehörige nehmen sie als wohltuend wahr, und auch das Behandlungsteam profitiert vom speziellen Behandlungslicht.

Ein Ziel des Projekts ist es, akuter Verwirrtheit (Delir) entgegenzuwirken – einem häufigen Risiko bei intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten. Anita Fanger beobachtet, dass Menschen in diesem Zimmer seltener von Halluzinationen berichten. Auch wenn diese Beobachtungen wissenschaftlich nicht belegt sind, bestätigen sie ihre Erfahrung: Die Umgebung kann die Genesung positiv unterstützen. Auch das standortübergreifende Konzept zum Delirmanagement der LUKS Gruppe zeigt auf, dass eine stressreduzierte Umgebung und die Anpassung der Lichtverhältnisse eine wichtige pflegerische Intervention sind.
Forschung für mehr Patientennutzen
Das Projekt CeilHeal verdeutlicht zugleich den wichtigen Stellenwert der klinischen Forschung am Spital Nidwalden und in der gesamten LUKS Gruppe. Die Medizin kann sich nur durch wissenschaftliche Tätigkeit und eine enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Hochschulen weiterentwickeln. Forschung schafft die Grundlage für Innovationen, kann die Patientensicherheit erhöhen und die Genesung positiv beeinflussen oder gar beschleunigen.
Für Anita Fanger und ihr Team stehen die individuelle Betreuung sowie die Patientensicherheit und -zufriedenheit im Mittelpunkt. Das Forschungsprojekt ist für sie ein gelebtes Beispiel dafür, wie umfassende Pflege konkret wirken kann. Das speziell gestaltete Zimmer ist ein Raum, der Sicherheit vermittelt und die Genesung fördert.
Das LUKS und das Spital Nidwalden pflegen enge Forschungskooperationen mit der Universität Luzern sowie der Hochschule Luzern. Die Zusammenarbeit ist stark praxisorientiert: Die entwickelten Innovationen fliessen direkt in den klinischen Alltag ein und kommen unmittelbar den Patientinnen und Patienten zugute.
Dieses Porträt ist im Rahmen des Jahresberichts 2025 erschienen. Mehr zum Jahresbericht 2025 der LUKS Gruppe und weitere spannende Porträts finden Sie unter: luks.ch/jahresbericht
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