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Erfolgreicher Test an 46 Gesunden

«Normalerweise halten sich die beiden Hirnhälften im Gleichgewicht», sagt Dr. med. Tim Vanbellingen, Leiter für motorische Therapien am Neurozentrum. Gerät das Gehirn als Folge eines Schlaganfalls aus der Balance, kann die Magnetstimulation ausgleichend wirken. Dass die Methode eine beeinträchtigte Gestik verbessern kann, hat eine Forschungsgruppe um Prof. Dr. med. Stephan Bohlhalter, Chefarzt am Neurozentrum, und Tim Vanbellingen in einer Studie an 46 gesunden Personen nachgewiesen.
27. April 2021
Lesezeit: 2 Minuten
Transkraniale Magnetstimulation

Dafür nutzten sie einen von der Forschungsgruppe entwickelten Test für gestische Kommunikation, bei dem es auch für Gesunde schwierig ist, die volle Punktzahl zu erreichen. «Wenn zum Beispiel eine Person länger nachdenken muss, um eine bestimmte Geste auszuführen, oder die Bewegung nicht fliessend ist, gibt es bereits Abzug», sagt Tim Vanbellingen. Die sechsstufige Skala des Tests erlaube eine sehr genaue Bewertung.

Inzwischen wurden auch 19 Schlaganfallpatienten des LUKS mit transkranieller Magnetstimulation behandelt – auch sie konnten gestische Bewegungen danach besser ausführen. In einem nächsten Schritt soll die Methode an deutlich mehr Patientinnen und Patienten erprobt werden – ein entsprechender Antrag für eine Studie ist in Vorbereitung.

Das Gehirn erholt sich rascher

Die transkranielle Magnetstimulation wird schon seit längerem zur Behandlung von Tinnitus, chronischen Schmerzen, Epilepsie, Alzheimer und Depression eingesetzt. Am LUKS behandelt Prof. Dr. med. Thomas Nyffeler, Chefarzt der Neurorehabilitation, damit Schlaganfallpatienten, die an einer «Neglekt» genannten Störung leiden. Weil ihre rechte Hirnhälfte geschädigt ist, nehmen sie die linke Seite nicht mehr wahr, was zum Beispiel dazu führt, dass sie die linke Hälfte eines gefüllten Tellers nicht leeressen, sich links nicht waschen oder links Hindernisse übersehen. Professor Nyffeler hat bereits in mehreren Studien nachgewiesen, dass die Magnetstimulation die Neglekt-Störung mildern kann.

Ob Schlaganfall auf der linken oder der rechten Hirnhälfte, langfristig könnten alle Betroffenen von der Methode profitieren. «Unser Ziel ist nicht, die Therapien der Neurorehabilitation zu ersetzen», sagt Professor Bohlhalter. Vielmehr soll die transkranielle Magnetstimulation die Neuroplastizität zusätzlich fördern, also die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst zu heilen, indem gesunde Nervenzellen die Funktionen von geschädigten Hirnarealen übernehmen. Bei von einem Schlaganfall betroffenen Patienten kann das zu einer rascheren Erholung beitragen.

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