LUKS beteiligt sich an Covid-19-Überwachungssystem

Wie verläuft eine Covid-19-Erkrankung und welche Auswirkungen hat die Pandemie auf das Gesundheitssystem? Antworten auf diese und weitere Fragen liefert die COVID-19-Forschung bei Erwachsenen und Kindern, zu welcher das Luzerner Kantonsspital (LUKS) einen wichtigen Beitrag leistet. In Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) und dem Institute of Global Health der Universität Genf konnte seit März 2020 erfolgreich ein klinisches Überwachungssystem aufgebaut werden.

28. Mai 2021

Lesezeit: 2 Minuten
Buettcher Michael WebseiteBanner

Der Aufbau dieser Datenbank im Netzwerk SUR (COVID-19 Hospital based Surveillance) ist ein wichtiger Schritt zu einem vertieften Verständnis der Covid-19-Pandemie in der Schweiz. Das obligatorische allgemeine Meldesystem des BAG kann keine umfassenden Informationen zu Krankheitsbild, Komplikationen, Therapieversuchen und Risikofaktoren von COVID-19 Erkrankten liefern. Gerade diese Informationen sind aber sehr wichtig, um das Krankheitsbild besser zu verstehen, die Auswirkung der Pandemie auf das Schweizer Gesundheitssystem zu beurteilen und Forschungsansätze zu schaffen. Die Datenbank liefert detailliertere Informationen über die Epidemiologie, Risikofaktoren und den klinischen Verlauf der hospitalisierten Patienten.

Die Daten ermöglichen es den Behörden, Risikopopulationen genauer zu erfassen und Restriktionen anzupassen. Das System wurde in der Anfangsphase der Pandemie an das Influenza-Überwachungssystem angepasst: Durch die Aufnahme krankheitsspezifischer Informationen wurde trotz des Mangels an personellen Ressourcen und der Vervielfachung der Covid-19-Datenerfassung in den Spitälern eine schnelle Datenbeschaffung und zeitnahe Überwachung der Epidemie ermöglicht. Mittlerweile nehmen 20 Schweizer Spitäler auf freiwilliger Basis an diesem wichtigen Überwachungsprojekt teil.

Meist männlich und zwischen 50 und 89 Jahre alt

Bis September 2020 konnten 3645 hospitalisierte COVID-19 Fälle aus dem CH-SUR Netzwerk vollständig charakterisiert werden. Die meisten hospitalisierten Corona-Erkrankten der ersten Welle waren männlich und zwischen 50 und 89 Jahre alt. Begleiterkrankungen wie Hypertonie (Bluthochdruck)und kardiovaskuläre (Herz-Kreislauf-System) Erkrankungen sowie Diabetes mellitus (krankhaft erhöhter Blutzuckerspiegel) spielten bei den Erwachsenen die Hauptrolle. Bei Kindern und Jugendlichen (total 68 Personen) waren respiratorische, hämatologische und onkologische Komorbiditäten vorherrschend. Die Altersgruppen Säuglinge und Jugendliche waren in dieser geringen Patientenzahl am meisten vertreten. Insgesamt kamen 527 Todesfälle vor, keine bei Kindern.

Das Überwachungsprojekt konnte am LUKS mit Hilfe des Studienzentrums des Kinderspitals etabliert werden. Das Studienteam CH-SUR LUKS besteht aus 3 Study Nurses (K. Hrup, J. Stritt, M. Hostettler), einem Infektiologen (P. Kaiser) und einem Kinderinfektiologen und Koordinator (M. Büttcher). Bis 19. April 2021 konnten zirka 15'000 Fälle charakterisiert werden. Die Auswertung erfolgt laufend, das Projekt dauert an.  Es ist geplant, künftig auch Patientinnen und Patienten mit negativen PCR-Ergebnissen sowie mit positiver SARS-CoV-2-Serologie zu erfassen. Eine positive Serologie (Nachweis von Antikörpern) zeigt an, dass ein Patient zuvor infiziert war, und könnte daher für Spitalaufenthalte aufgrund von Komplikationen der Infektion von Interesse sein.

Die Daten dieser ersten Welle wurden inzwischen im Fachjournal Swiss Medical Weekly publiziert.

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