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Martha's Rule wird am Kinderspital Zentralschweiz definitiv eingeführt

Eltern sehen oft als Erste, wenn mit ihrem Kind etwas nicht stimmt. Die Erfahrungen mit Martha's Rule zeigen: Ihre Beobachtungen systematisch in die Betreuung einzubeziehen, stärkt die Patientensicherheit. Nach einer erfolgreichen Pilotphase wird Martha's Rule im stationären Bereich am Kinderspital Zentralschweiz (KidZ) dauerhaft eingeführt.
6. Juli 2026
Lesezeit: 2 Minuten
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Martha’s Rule ermöglicht es Eltern, bei anhaltender Sorge um den Gesundheitszustand ihres Kindes während eines stationären Aufenthalts einen klar definierten Eskalationsweg zu nutzen und bei Bedarf eine unabhängige Beurteilung zu verlangen. Die Initiative ergänzt damit die bestehenden Sicherheitsmechanismen während eines stationären Spitalaufenthalts. Auf der Notfallstation gelten weiterhin die etablierten Abläufe zur Beurteilung akut erkrankter Kinder. 

Ziel der Initiative ist es, die Perspektive der Eltern noch stärker in die klinische Entscheidungsfindung einzubeziehen. Denn niemand kennt ein Kind besser als seine Eltern. Während der Pilotphase wurden rund 40 Gespräche der Stufen 1 und 2 ausgelöst. In diesen Fällen äusserten Eltern ein ungutes Gefühl oder die Sorge, dass sich der Zustand ihres Kindes verschlechtert. In zwei Fällen wurde eine zusätzliche unabhängige Beurteilung durch das dafür vorgesehene Behandlungsteam angefordert (Stufe 3).

Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Beobachtungen von Eltern strukturiert und unkompliziert in den Behandlungsalltag einbeziehen lassen. Das stärkt den Dialog zwischen Familien und Behandlungsteam und trägt dazu bei, mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen. 

«Eltern verbringen oft Tag und Nacht mit ihrem Kind und nehmen Veränderungen sehr früh wahr. Martha's Rule schafft einen klaren Weg, damit solche Beobachtungen im stationären Alltag gehört und bei Bedarf nochmals unabhängig beurteilt werden können. Die Erfahrungen aus der Pilotphase haben uns überzeugt, diesen Ansatz dauerhaft zu verankern», sagt Martin Stocker, Chefarzt und Leiter des Kinderspitals Zentralschweiz.

Pragmatischer Ansatz mit überzeugenden Erfahrungen

Das Projekt wurde bewusst pragmatisch umgesetzt. Anstelle einer umfangreichen wissenschaftlichen Begleitung stand die rasche Einführung im klinischen Alltag im Vordergrund. Dieser Ansatz hat sich bewährt: Das Behandlungsteam konnte Erfahrungen sammeln, Prozesse weiterentwickeln und die Rückmeldungen von Eltern direkt aufnehmen.

Nächste Entwicklungsschritte

Das Kinderspital Zentralschweiz ist das erste Kinderspital der Schweiz, das die Initiative Martha's Rule aufgenommen hat und nun definitiv einführt. Die Initiative wird in den nächsten Monaten gezielt weiterentwickelt. Im Fokus stehen eine optimierte Erfassung im Klinikinformationssystem sowie eine gezielte Auswertung der gewonnenen Erfahrungen.

Zudem sind regelmässige Schulungen vorgesehen, um das Konzept langfristig zu verankern und die Sensibilisierung für die Bedeutung elterlicher Beobachtungen weiter zu stärken. Diese Massnahmen werden nach dem Bezug des neuen Kinderspitals im Herbst 2026 schrittweise umgesetzt. Mit der definitiven Einführung von Martha's Rule setzt das Kinderspital Zentralschweiz sein Engagement für eine sichere und familienorientierte Medizin konsequent fort.

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