MeinLUKS führt durch Behandlung am LUKS

Das Portal MeinLUKS des Luzerner Kantonsspitals begleitet Patientinnen und Patienten durch ihre Behandlung am LUKS. Jederzeit und überall sind Diagnosen, Medikationen oder Termine abrufbar - für Ärzte, Pflegepersonal sowie Patienten selber. Während Letztere sich besser auf Arzttermine vorbereiten können, hat das Personal schneller alle relevanten Informationen zur Hand. Das erhöht auch die Patientensicherheit.

17. März 2021

Lesezeit: 6 Minuten
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Das Patientenportal MeinLUKS ging Anfang 2020 in den Testbetrieb: für Patientinnen und Patienten mit regelmässigen Arztterminen. Seit Oktober 2020 ist MeinLUKS für alle Patienten und mit vielen weiteren Funktionen verfügbar. Die App hat durch die zweite Pandemiewelle merklich Schub erhalten – und den Trend zu digitalen Sprechstunden verstärkt.

Digitale Sprechstunde: Einfach in Kontakt bleiben

Video-Konsultationen erlauben auch in Corona-Zeiten, den Kontakt mit Patienten zu pflegen: mit wenig Aufwand, einfach und sicher. Das sieht auch Dr.med. Stefan Fischli, Co-Chefarzt Endokrinologie, so. Mit einer Einschränkung: Für ihn sind und bleiben das persönliche Erstgespräch und Verlaufskonsultationen, die einen physischen Kontakt erfordern, zentral: «Die klinische Untersuchung meiner Patienten kann ich nicht durch eine Video-Konsultation ersetzen.» Digitale Sprechstunden sind für Stefan Fischli aber ein taugliches Instrument für die Nachbetreuung. Er nutzt sie, um beispielsweise seine Diabetes-Patienten häufiger zu sehen. Zeitgemässes Diabetes-Management heisst für Stefan Fischli: «Sehr gut eingestellte Diabetiker sehen uns ein Mal pro Jahr am LUKS und alle drei Monate per Video. Durch die kürzeren Sequenzen zwischen den Sprechstunden erhöht sich auch die Motivation meiner Patienten.»

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Dr. med. Stefan Fischli, Co-Chefarzt Endokrinologie, LUKS Luzern

Häufigere Arzt-Patient-Kontakte dank zusätzlichen Video- Konsultationen können die Therapieumsetzung deutlich fördern.

Dr. med. Stefan Fischli, Co-Chefarzt Endokrinologie, LUKS Luzern

Und der Vorteil gegenüber telefonischen Sprechstunden sei, dass Testresultate oder Blutzucker- / Insulinpumpenkurven am Bildschirm geteilt werden könnten. Nicht nur von ihm, sondern auch von seinen Patienten. Denn viele würden ihre Gesundheitsdaten heute selber erfassen. «Ich habe einige technikaffine Diabetes-Patienten, die mit mir ihre Daten per Video teilen und besprechen.» Mit dem Ziel, diese Daten in Zukunft im Klinikinformationssystem LUKiS integriert zu haben, läuft aktuell ein Pilotprojekt gemeinsam mit einem externen Anbieter. Bis dahin steigert nur schon der regelmässige Kontakt die Behandlungsqualität, insbesondere im Zusammenspiel mit der Fernüberwachung von Patientendaten: Stefan Fischli kann rechtzeitig eingreifen, wenn es die Daten erfordern. Dadurch fühlen sich seine Patienten sicherer.

Flexiblere Terminplanung und weniger Reisezeit

Positiv bewertet Stefan Fischli auch die flexiblere Terminplanung: «Mit digitalen Sprechstunden können wir auch Patienten regelmässig betreuen, für die wir vorher kaum Termine fanden. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass dank MeinLUKS weniger Patienten ihre Arzttermine vergessen.» Das LUKS deckt ein grosses Einzugsgebiet ab. Stefan Fischli betreut Diabetes-Patienten aus der ganzen Zentralschweiz sowie aus dem Berner Oberland. Viele haben einen langen Weg ans LUKS. Dank Video-Konsultationen entfällt die zeitraubende Reise. Patienten müssen weniger Zeit investieren für die Terminvereinbarung und erhalten erst noch eine bessere, weil regelmässigere ärztliche Betreuung.

«Letztendlich bietet MeinLUKS mit der Video-Konsultation eine weitere Möglichkeit einer modernen, zeitgerechten Patientenbetreuung, die den Bedürfnissen einer wachsenden Anzahl von Patienten entgegenkommt.» Beweis dafür sind die hohe Akzeptanz der App und die durchwegs positiven Patientenreaktionen, die Stefan Fischli bisher erhalten hat. Zwar hätten Jüngere weniger Berührungsängste. Die Akzeptanz für digitale Lösungen steige aber auch bei älteren Patientinnen und Patienten – auch wegen Covid-19. Zwischen Oktober und November 2020 hat er bereits zahlreiche Video- Konsultationen durchgeführt. Dieses Angebot will er systematisch ausbauen und geeigneten Patienten anbieten. Das können positiv auf das Coronavirus getestete Personen sein. Oder betreuungsintensive Patienten: «Wir beantworten viele E-Mails und Telefonate von Chronisch-Kranken. Diese Anfragen können wir in einer digitalen Sprechstunde bündeln – und so Zeit sparen und die Patientenzufriedenheit erhöhen.»

Mehr Qualität und höhere Patientensicherheit

Im März 2020 führte Dr. med. Beat Sonderegger zum ersten Mal einen Corona-Test durch: «Es war eine unruhige und sehr schwierige Zeit. Unser Labor war zwar schon damals schnell und wir erhielten die Testergebnisse innerhalb von 24 Stunden. Wir mussten jedoch alle getesteten Personen telefonisch benachrichtigen.» Das war nach kurzer Zeit und markanter Zunahme der durchgeführten Tests nicht mehr möglich. Aus diesem Grund initialisierte Beat Sonderegger eine digitale Lösung, basierend auf den Funktionalitäten des Patientenportals MeinLUKS.

Dafür war im neuen Klinikinformationssystem von Epic nur ein Klick nötig – und aus den zeitraubenden telefonischen Benachrichtigungen war in kürzester Zeit eine kundenfreundliche, schweizweit einzigartige Informationsplattform geworden. Dafür müssen sich die Corona-Testpersonen für MeinLUKS registrieren. Ihr Vorteil: Sie erhalten automatisch eine Nachricht, wenn das Testresultat in MeinLUKS verfügbar ist. Die Patienten können ihre Testresultate direkt selber einsehen. «Dank der App konnten wir unsere Effizienz massiv steigern. Das gilt auch für die Kundenzufriedenheit.»

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Dr. med. Beat Sonderegger, Leitender Arzt Infektiologie, LUKS Luzern

Dank der App konnten wir unsere Effizienz massiv steigern. Das gilt auch für die Kundenzufriedenheit.

Dr. med. Beat Sonderegger, Leitender Arzt Infektiologie, LUKS Luzern

Telemonitoring erleichtert Begleitung

Aufbauend auf MeinLUKS bietet das LUKS positiv getesteten Personen ein Telemonitoring während des Krankheitsverlaufs an. Dies mit dem Ziel, eine Verschlechterung der Lungenfunktion frühzeitig zu erkennen oder einen Spitalaufenthalt zu vermeiden. «Die Getesteten können bei uns ein Sauerstoffmessgerät (Pulsoximeter) beziehen und haben anschliessend die Möglichkeit, die gemessenen Daten mittels MeinLUKS mit uns zu teilen. Dies erlaubt es uns, mit überschaubarem Aufwand aktuell fast 80 Personen gleichzeitig zu monitorisieren.» Für die positiv getesteten Personen schafft dieses Angebot Vertrauen und sie fühlen sich nicht alleine gelassen.

Bessere Unterstützung von Angehörigen

Die App MeinLUKS kann als Gesundheitsplattform für die Familie genutzt werden. Der Zugang zu den Gesundheitsdaten ermöglicht eine bessere Betreuung im familiären Umfeld: von der Terminvereinbarung bis zur Therapieüberwachung. Die Coronavirus-Pandemie war für Michael Döring, Departementsleiter Pflege & Soziales, der Türöffner für MeinLUKS. Vorher sei der Nutzen von MeinLUKS für die Patienten noch zu wenig ersichtlich gewesen. Die Vorteile sind aber gross und bestechend. Ein Beispiel: der einfach mögliche Einbezug von Angehörigen.

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Michael Döring, Departementsleiter Pflege & Soziales, LUKS Luzern

«MeinLUKS erleichtert Absprachen und eliminiert viele Missverständnisse. Und die Patienten kommen gut vorbereitet zu uns.»

Michael Döring, Departementsleiter Pflege & Soziales, LUKS Luzern

Netzwerk für den Patienten spannen

Davon profitiere auch das LUKS: «Eine Tochter kann dem betagten Vater dabei helfen, den elektronischen Eintrittsfragebogen auszufüllen. Das erleichtert Absprachen und eliminiert viele Missverständnisse. Und die Patienten kommen gut vorbereitet zu uns.» Auch bei der Nachbetreuung von Patienten können Angehörige einfacher Unterstützung leisten: weil sie in MeinLUKS die Patientenberichte und Arzttermine einsehen können. «Damit haben wir besser informierte Ansprechpartner, die im Idealfall zu einem Teil des Behandlungsteams werden. Dadurch fühlen sich unsere Patienten sicherer», sagt Michael Döring.
Auch seine vierköpfige Familie nutze MeinLUKS nach dem Motto: Alle sehen alles. MeinLUKS sei logisch aufgebaut und einfach zu bedienen. Mittlerweile enthalte die Plattform viele Gesundheitsdaten. Erst dadurch werde sie richtig interessant. «In einem ersten Moment war das für mich Zukunftsmusik – jedoch konnten wir dank intensiver Arbeit des LUKiS-Teams die Integration der Gesundheitsdaten von Mobilgeräten in LUKiS realisieren. In einem Pilotprojekt werden ab Februar 2021 Erfahrungen gesammelt mit dieser Form der Patientenkollaboration.»

Dieser Beitrag stammt aus dem Mitarbeitermagazin «Impuls» des LUKS (Ausgabe März 2021).

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