Messbar besser – Qualität der Versorgung

Qualität sichtbar zu machen, ist in der Kindermedizin nach wie vor eine Herausforderung. Im Unterschied zur Erwachsenenmedizin sind viele Qualitätsindikatoren weniger verbreitet oder nur begrenzt standardisiert. Umso wichtiger ist es uns im KidZ, die Versorgung unserer jungen Patientinnen und Patienten systematisch zu messen und konsequent weiterzuentwickeln.
Ein zentrales Ziel ist dabei, stationäre Aufenthalte so kurz wie möglich und so lange wie nötig zu gestalten – damit Kinder schnell wieder in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren können. Sicherheit und Qualität stehen dabei immer an oberster Stelle. In den vergangenen Jahren wurden die internen Abläufe im Rahmen der Lean-Transformation und durch die Einführung des kriterien-basierten Austritts (KIBA) in der Pädiatrie deutlich verbessert.
Diese Veränderungen zeigen Wirkung: Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank in den letzten drei Jahren in allen Bereichen. In der Kinderchirurgie um 9% auf 2.9 Tage, in der Pädiatrie um 19% auf 3.4 Tage. Besonders deutlich ist der Fortschritt in der Neonatologie und Intensivstation, wo die Aufenthaltsdauer um 25% auf 12.6 Tage zurückging.
Diese Entwicklung zeigt, dass optimierte Prozesse nicht nur effizienter sind, sondern auch den Kindern und ihren Familien zugutekommen – durch kürzere Spitalzeiten und einen rascheren Weg zurück in den Alltag.
Ambulant vor stationär: Ein Wandel mit Wirkung
Ein weiterer wichtiger Schritt ist der gezielte Ausbau der ambulanten Operationen. Während die Zahl der stationären Eingriffe in den letzten Jahren weitgehend konstant geblieben ist, konnten deutlich mehr Operationen am KidZ ambulant durchgeführt werden. Diese Entwicklung entlastet nicht nur die stationären Bereiche, sondern ermöglicht vielen Kindern eine schnellere Rückkehr in ihr vertrautes Zuhause.

Antibiotika: Weniger ist mehr
Bei kranken und fiebernden Neugeborenen besteht häufig ein Verdacht auf eine Blutvergiftung (Sepsis). Auffälligkeiten wie Schlaffheit, Trinkschwäche, Temperaturveränderungen oder Atemprobleme können harmlos sein, aber auch auf eine Sepsis hinweisen, eine der gefürchtetsten Infektionen bei Neugeborenen. Deshalb erhielten bisher viele Neugeborene vorsorglich Antibiotika – auch diejenigen ohne Sepsis.
Eine solche frühe und teilweise unnötige Antibiotikagabe kann jedoch Nachteile haben. Sie fördert nicht nur die Entwicklung von Resistenzen, sondern beeinflusst auch das kindliche Mikrobiom, die nützlichen Bakterien im Körper. Störungen in dieser empfindlichen Entwicklungsphase können das Risiko für spätere chronische Krankheiten wie entzündliche Darmerkrankungen, Ekzeme, Diabetes oder Asthma erhöhen.
Am Kinderspital Zentralschweiz ist es uns seit Jahren wichtig, dass möglichst wenige Neugeborene Antibiotika erhalten, und wenn nötig, dann so kurz wie möglich. Gleichzeitig sorgen wir dafür, dass kein Kind unbehandelt bleibt, wenn tatsächlich eine schwere bakterielle Infektion vorliegt.
Während 2023 noch 23.6% der kranken Neugeborenen, die in der ersten Lebenswoche am KidZ Amoxicillin und/oder Amikacin erhielten, sank dieser Anteil 2024 auf 19.7% und 2025 weiter auf 18.2%. Diese kontinuierliche Abnahme zeigt, dass die Behandlung immer gezielter eingesetzt wird.

An oberster Stelle: Sicherheit der Patientinnen und Patienten
Kürzere Aufenthaltsdauern, mehr ambulante Operationen und ein bewussterer Einsatz von Antibiotika sind wichtige Fortschritte. Doch sie haben nur dann Wert, wenn die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten jederzeit gewährleistet bleibt. Deshalb beobachten wir kontinuierlich zentrale Sicherheitskennzahlen wie zum Beispiel die Anzahl ungeplanter Wiederaufnahmen am KidZ innerhalb von 30 Tagen.
Die Ergebnisse bestätigen unseren Weg: Der Anteil ungeplanter Wiederaufnahmen ist in den letzten drei Jahren stabil geblieben bzw. leicht gesunken. Dies zeigt: Verbesserungen in Effizienz und Qualität können Hand in Hand gehen, ohne Kompromisse bei der Sicherheit.

Dieser Beitrag ist Teil vom Jahresbericht Kinderspital 2025.
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