Mit Roboterchirurgie gegen Beschwerden im Brustbereich

Werden Nerven und Blutgefässe zwischen Schlüsselbein und erster Rippe eingeengt, kann dies zu Beschwerden führen wie Schmerzen, Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen. Bringen konservative Methoden zu wenig Linderung oder sind die Beschwerden sehr ausgeprägt, ist eine Operation nötig. Das Luzerner Kantonsspital (LUKS) kann als eines von weltweit wenigen Spitälern den Eingriff mit Roboterhilfe minimalinvasiv durchführen und so Schmerzen reduzieren und den Spitalaufenthalt deutlich verkürzen.

23. Juni 2021

Lesezeit: 2 Minuten
Bei einer Roboter-Operation bietet eine Konsole den Blick auf ein zehnfach vergrössertes dreidimensionales Bild des Operationsgebiets.

Man spricht in solchen Fällen im Bereich der sogenannten oberen Thoraxapertur vom Engpasssyndrom («Thoracic-Outlet-Syndrom», TOS). Ein Eingriff erfolgte dort bisher mit einem offenen Zugang. Seit kurzem nutzt die Klinik für Thoraxchirurgie am LUKS dafür den Da Vinci Roboter. Die Operation selber wird weiterhin von Menschenhand ausgeführt. Dafür sind neben einem OP-Team je ein operierender und ein assistierender Chirurg nötig. Sie übertragen ihre Bewegungen mittels Handgriffen und verschiedenen Pedalen an einer Konsole auf den Roboter. Dank diesem kann die erste Rippe minimalinvasiv (d.h. mit der so genannten Schlüssellochchirurgie) komplett oder teilweise entfernt werden.

Kürzerer Spitalaufenthalt

Damit schaffen die Ärzte genügend Platz für Nerven und Blutgefässe. Die so genannte Rippenresektion wird schon länger angewendet, hoch innovativ ist die Zuhilfenahme des Roboters. Diese moderne Operationstechnik erfolgt über drei kleine Schnitte. Bei einer videoassistierten Roboter-Operation sieht der Chirurg ein zehnfach vergrössertes, dreidimensionales Bild seines Operationsgebiets. Das ermöglicht ihm, sehr feine Strukturen wie Nerven oder Blutgefässe besser zu erkennen. Dank diesem Vorgehen verkürzt sich die Dauer des Spitalaufenthalts etwa um die Hälfte und die Patientinnen und Patienten haben nach der Operation weniger Schmerzen. Während der Operation selber kommt es zu weniger Blutungen.

In der Schweiz nur an zwei Spitälern

Die Nutzung der Roboterchirurgie bei dieser Therapie wird bisher in der Schweiz ausser am LUKS nur in wenigen anderen Spitälern eingesetzt. Die entsprechenden Chirurgen und das Operations-Personal benötigen dafür eine spezielle Schulung mit einem Robotertraining. Weltweit bearbeiten nur wenige Zentren dieses Syndrom, dessen Ursache im Übrigen unklar ist. Es kann zu einer Vielzahl an Beschwerden wie Gefühlsstörungen oder Lähmungserscheinungen führen und aufgrund einer Vererbung (kongenital) oder nach einem Unfall auftreten. Derselbe Roboter wird am LUKS auch für andere Anwendungen beispielsweise in der Urologie oder für Nierentumor-Entfernungen eingesetzt.

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