Direkt zum InhaltDirekt zum Fussbereich

Neue kantonale Gesundheitsleitstelle für nicht lebensbedrohliche Notfälle

Wer nachts plötzlich krank wird, unsicher ist oder nicht weiss, ob ein Arztbesuch nötig ist, soll künftig rasch Orientierung erhalten. Dafür schafft der Kanton Luzern eine neue Gesundheitsleitstelle für nicht lebensbedrohliche Notfälle. Ab dem 1. Juni 2026 um 12 Uhr steht dafür rund um die Uhr und kostenlos die Telefonnummer 0800 041 041 zur Verfügung. Das Projekt wurde vom Gesundheits- und Sozialdepartement (GSD) initiiert und gemeinsam mit dem Luzerner Kantonsspital (LUKS) sowie weiteren Partnern umgesetzt.
29. Mai 2026
Lesezeit: 4 Minuten
Eine Frau mit Headset sitzt vor einem Computer in der Gesundheitsleitstelle und telefoniert

Die Gesundheitsversorgung befindet sich im Wandel. Immer mehr Menschen suchen Unterstützung in akuten gesundheitlichen Situationen. Gleichzeitig stehen die Notfallstationen, Arztpraxen und Gesundheitsfachpersonen zunehmend unter Druck. Viele Menschen wissen in einer gesundheitlichen Ausnahmesituation zudem nicht, an welche Stelle sie sich wenden sollen oder welche Behandlung tatsächlich notwendig ist. 

Mit der neuen Gesundheitsleitstelle reagiert der Kanton Luzern auf diese Entwicklungen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten rasch, unkompliziert und gezielt durch das Gesundheitssystem zu führen und dafür zu sorgen, dass sie die richtige Hilfe am richtigen Ort erhalten. Gleichzeitig sollen die bestehenden Notfallstrukturen im Spital und bei den Hausärztinnen und Hausärzten entlastet und die vorhandenen Fachkräfte gezielter eingesetzt werden. Die Schaffung einer Gesundheitsleitstelle bildet eine Massnahme aus dem Planungsbericht Gesundheitsversorgung des Kantons Luzern. 

Rasche Orientierung und professionelle Unterstützung 

Geschulte Expertinnen und Experten erfassen die Situation der/des Anrufenden anhand eines national bewährten Abfragesystems, das bereits bei der Sanitätsnotrufzentrale (SNZ) 144 eingesetzt wird. Die Gesundheitsleitstelle unterstützt Erwachsene und Kinder bei nicht lebensbedrohlichen gesundheitlichen Problemen und vermittelt bei Bedarf an die geeignete Stelle weiter - beispielsweise an Hausärztinnen und Hausärzte, Notfallpraxen, Notfallstationen, Spitex-Angebote oder telemedizinische Dienste. 

Regierungspräsidentin und Gesundheits- und Sozialdirektorin Michaela Tschuor: «Gesundheitsversorgung bedeutet heute nicht nur gute Medizin. Sie bedeutet auch Orientierung, Erreichbarkeit und Sicherheit im richtigen Moment. Genau dafür haben wir die Gesundheitsleitstelle geschaffen, die einen neuen und niederschwelligen Zugang zur Versorgung bietet. Die Menschen erhalten rasch Hilfe - unkompliziert, kostenlos, professionell und rund um die Uhr.» 

Die neue Gesundheitsleitstelle versteht sich als zentrale Anlaufstelle für akute gesundheitliche Fragen ausserhalb lebensbedrohlicher Situationen. Sie ergänzt die bestehende Notfallversorgung und stärkt die Koordination innerhalb des Versorgungssystems. Das Projekt ist in Zusammenarbeit und mit der Unterstützung wichtiger Akteure wie beispielsweise der Luzerner Ärztegesellschaft entstanden. 

Unter einem Dach mit der SNZ 144 Zentralschweiz 

Die Gesundheitsleitstelle bildet ein eigenes Angebot neben der SNZ 144, die weiterhin für lebensbedrohliche Notfälle zuständig ist. Sie ist in den gleichen Räumlichkeiten wie die SNZ 144 am LUKS Luzern untergebracht. Dadurch können personelle Synergien genutzt werden. Vorderhand ist die Gesundheitsleitstelle ausschliesslich für den Kanton Luzern tätig, während die SNZ 144 ihren Auftrag zentral für Luzern, Obwalden, Nidwalden, Uri sowie das Küssnachter Seebecken erfüllt. 

«Durch die Organisation unter einem Dach und die enge Vernetzung mit der SNZ 144 Zentralschweiz werden Synergien optimal genutzt und bei Bedarf schnelle Übergaben in lebensrettenden Strukturen sichergestellt», erklärt Daniel Stiefelhagen, Co-Projektleiter der Gesundheitsleitstelle und stellvertretender Leiter der SNZ 144. 

Die Gesundheitsleitstelle leistet eine strukturierte telefonische Erstabklärung für Erwachsene und leitet die Anrufenden bei nicht lebensbedrohlichen Notfällen bei Bedarf an die jeweils passenden Leistungserbringer der Notfallversorgung im Kanton weiter. Ferner können Massnahmen vorgeschlagen und weitere Auskünfte erteilt werden. Vermittlungen können beispielsweise an Notfallstationen und Notfallpraxen, medizinische Notfalldienste, Hausärztinnen und Hausärzte sowie Spitex-Angebote erfolgen. Für medizinische Anliegen, die keine physische Untersuchung erfordern, besteht in Kooperation mit dem telemedizinischen Ärztezentrum Medgate die Möglichkeit einer telemedizinischen ärztlichen Behandlung. 

Die Gesundheitsleitstelle bildet also einen single point of contact und agiert mit dem Ziel, Hilfesuchende effizient, zielgerichtet und sektorenübergreifend durch das Notfallsystem zu führen. 

Telefonische Unterstützung für nicht lebensbedrohliche Notfälle bei Kindern 

Für Betroffene unter 16 Jahren besteht bereits ein etabliertes Versorgungsangebot in Form der Medgate Kids Line für die gesamte Zentralschweiz. Die Patientenbetreuung erfolgt hier ausschliesslich durch speziell ausgebildete Fachpersonen mit ausgewiesener pädiatrischer Erfahrung. Um dieses bestehende Versorgungsangebot mit der Gesundheitsleitstelle zu verknüpfen, wird eine telefonische Weiche beim Anruf auf die Nummer der Gesundheitsleitstelle eingerichtet. Die Medgate Kids Line ist jedoch auch weiterhin direkt unter der Telefonnummer 058 387 78 88 erreichbar, welche über den Festnetztarif läuft. 

Beitrag zu einer modernen Gesundheitsversorgung 

Mit der Gesundheitsleitstelle, die ab 12 Uhr am 1. Juni 2026 den Betrieb aufnimmt, geht der Kanton Luzern einen weiteren Schritt hin zu einer modernen, integrierten und patientenorientierten Gesundheitsversorgung. Für das Jahr 2026 belaufen sich die einmaligen und wiederkehrenden Kosten auf rund 1 Million Franken. Für das Jahr 2027 stehen gemäss Planungsbericht 1,6 Millionen Franken zur Verfügung. Die Pilotphase dauert bis Ende 2027. Während dieser Zeit wird das Angebot laufend weiterentwickelt und optimiert. Anschliessend ist die Überführung in den regulären Betrieb vorgesehen.

Artikel teilen

Mehr zum Thema

Für LUKS-Newsletter anmelden

Wählen Sie Ihre Abonnements

War diese Seite hilfreich?