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Teilnehmerinnen gesucht: Studie zu Mikrobiom, Schlaf und Entwicklung bei Babys

Das vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Forschungsprojekt «NapBiome» untersucht, wie sich die Darmflora auf den Schlafrhythmus, das Allergie- und Infektionsrisiko sowie die Entwicklung von Babys in den ersten beiden Lebensjahren auswirkt. Das Kinderspital Zentralschweiz (KidZ) des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) sucht schwangere Frauen, die diese Forschung als Studienteilnehmerinnen unterstützen möchten.
21. Februar 2026
Lesezeit: 3 Minuten
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Foto: Garret Jackson, unsplash

Welche Wechselwirkungen bestehen zwischen Mikrobiom, Schlaf und Gehirnentwicklung? Kann die Gabe von Synbiotika („gute“ Darmbakterien plus deren Nahrung) in den ersten drei Lebensmonaten Schlaf, Entwicklung sowie das Allergie- und Infektionsrisiko von Neugeborenen positiv beeinflussen? Diesen Fragen geht ein überregionales Forschungsteam in der Studie «Napbiome» nach. 

Das Projekt läuft von April 2025 bis März 2029 und wird mit 2,4 Millionen Franken vom Schweizerischen Nationalfonds unterstützt. Beteiligt sind neben dem Luzerner Kantonsspital, die Universität Luzern, die ETH Zürich und die Universität Fribourg. Ziel ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, um früh- und termingeborenen Kindern mit vorbeugenden Massnahmen langfristig eine bessere Gesundheit und Entwicklung zu ermöglichen. Zudem bietet die Studie die Gelegenheit, mehr über das Darmmikrobiom und seine Beeinflussung zu erfahren.

Wer kann teilnehmen?
Gesucht werden schwangere Frauen, die bereit sind, ihrem Baby in den ersten Monaten nach der Geburt ein Synbiotika oder ein wirkungsloses Vergleichspräparat (Placebo) zu verabreichen und online Fragebögen auszufüllen. 

Interessierte melden sich bitte beim Studienzentrum des KidZ – per E-Mail an forschung-kidz@luks.ch oder telefonisch unter 041 205 63 46

Mehr Informationen zur Studie im Video.

Warum ist das Mikrobiom so wichtig?

Wenn ein Baby zur Welt kommt, beginnt ein faszinierender Prozess: Innerhalb weniger Stunden besiedeln Milliarden Mikroorganismen – Bakterien, Viren und Pilze – die Haut, den Mund, die Nase und den Darm des Kindes. Dieses sogenannte Mikrobiom entwickelt sich in den ersten drei Lebensjahren und beeinflusst nicht nur die Verdauung, sondern auch das Immunsystem, den Stoffwechsel, das Allergie- und Infektionsrisiko und vermutlich sogar Schlaf und Gehirnentwicklung.

Wie kann man das Mikrobiom des Babys fördern?

Bereits in der Schwangerschaft können Mütter den Grundstein für ein gesundes Mikrobiom legen:

  • Ernährung: Viel Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und fermentierte Lebensmittel
  • Lebensstil: Bewegung, ausreichend Schlaf und ein bewusster Umgang mit Antibiotika

Auch die Geburt und das Stillen spielen eine zentrale Rolle. Bei einer vaginalen Entbindung überträgt die Mutter wichtige Bakterien auf das Neugeborene. Muttermilch enthält lebende Bakterien und spezielle Zucker, die das Mikrobiom fördern. Gestillte Kinder entwickeln oft eine besonders stabile Darmflora, die Entzündungen vorbeugt und das Immunsystem trainiert.

Im Alltag gilt: Übertriebene Hygiene ist kontraproduktiv – ein bisschen Schmutz stärkt das Immunsystem. Ab dem sechsten Monat unterstützt eine abwechslungsreiche Beikost die Vielfalt des Mikrobioms.

Mit einer gesunden Ernährung, Stillen und natürlichem Kontakt zur Umwelt schaffen Eltern somit die besten Voraussetzungen für ein starkes Mikrobiom. Die NapBiome-Studie will nun herausfinden, ob gezielte Interventionen diesen Prozess zusätzlich fördern können.

Buchtipp

Möchten Sie mehr über die faszinierende Welt der Mikrobiome erfahren? Im Ratgeberbuch «Die Kraft der Bakterien» erklärt die Autorin und Leitende Ärztin am Kinderspital Zentralschweiz., PD Dr. med. Petra Zimmermann, PhD, wie das Mikrobiom Gesundheit, Wohlbefinden und unsere Stimmung beeinflusst. Zudem erklärt sie, wie wir leben und uns ernähren können, um die Mikroorganismen in unserem Körper positiv zu unterstützen und unsere innere Flora ins Gleichgewicht zu bringen.

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PD Dr. med. Petra Zimmermann, Spezialistin für das Mikrobiom

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