Vereinte Kräfte für die Frauengesundheit

Seit Oktober 2025 bilden am Luzerner Kantonsspital die Standorte Luzern und Sursee eine gemeinsame Frauenklinik. Was ändert sich dadurch?
Christine Brambs: Wir können dank der neuen Struktur das Profil unseres Angebotes in der Frauenmedizin schärfen. Die Grund- und Notfallversorgung bleibt an beiden Standorten gewährleistet. Gleichzeitig setzen wir neue Schwerpunkte.
Corina Christmann: In Luzern liegt der Schwerpunkt bei der hochspezialisierten Frauenmedizin und komplexen Krankheitsbildern. Dazu gehören das Perinatalzentrum inklusive der Betreuung von Risiko- und Frühgeburten, das gynäkologische Tumorzentrum, die Reproduktionsmedizin und die komplexe Urogynäkologie. Das DKG-zertifizierte Brustzentrum ist bereits seit 2022 als standortübergreifendes Kompetenzzentrum etabliert.
Und der Standort Sursee?
Brambs: Auch der Standort Sursee wird durch die neue Struktur aufgewertet. Neu befindet sich unser ebenfalls zertifiziertes Endometriosezentrum in Sursee. Ausbauen konnten wir zudem die gynäkologische Psychosomatik – dazu bieten wir am Standort Sursee eine Sprechstunde an.
Christmann: Die neue Organisation als grosse, gemeinsame Frauenklinik bringt den Vorteil mit sich, dass wir als Spital ein noch attraktiverer Arbeitgeber sind. Entsprechend konnten wir zusätzliche hoch qualifizierte ärztliche Spezialistinnen und Spezialisten gewinnen. Diese können flexibel an beiden Standorten arbeiten.
Welche Vorteile bringt die neue Struktur den Patientinnen?
Brambs: Wir können das medizinische Leistungsangebot schärfen und die Expertise ist noch besser koordiniert. So haben wir in der Frauenklinik Luzern-Sursee etwa die Arbeit nach medizinischen Leitlinien harmonisiert. Dadurch gewährleisten wir an beiden Standorten die höchste Qualität der medizinischen Versorgung.
Christmann: Dank erweiterten Sprechstunden- und OP-Kapazitäten sind Behandlungen häufiger als bisher an beiden Standorten möglich. Für die Patientinnen bringt das kürzere Wartezeiten mit sich – etwa für urogynäkologische und Endometriose-Operationen.
Was bedeutet die neue Organisation für den Standort Wolhusen und das Spital Nidwalden?
Brambs: Beide Spitäler – Wolhusen und Stans – verfügen über eine langjährige Tradition in der Frauenmedizin und leisten einen wichtigen Beitrag zur wohnortsnahen Versorgung der Bevölkerung. Als zentraler Bestandteil unseres Netzwerkes ergänzen sie das Angebot der Frauenklinik Luzern-Sursee und stärken die regionale Versorgung insgesamt. Diese Zusammenarbeit stellt sicher, dass Patientinnen auch ausserhalb der grossen Zentren wohnortnah betreut werden.
Neben der Organisation verändert sich auch die Infrastruktur der Frauenmedizin am LUKS Luzern. Im Herbst wird in Luzern der Neubau der Frauenklinik bezogen. Welche Veränderungen bringt das mit sich?
Christmann: Für die Patientinnen bringt das ebenfalls grosse Vorteile mit sich. Der Neubau verfügt ausschliesslich über Einzelzimmer. Das bedeutet: mehr Privatsphäre, eine raschere Erholung und weniger Infektionsgefahr. Zudem werden viele Untersuchungen und Behandlungen im Zimmer der Patientin stattfinden können. Das spart Zeit und reduziert den Aufwand für die Planung.
Brambs: Mit dem Neubau werden wir zudem technisch auf dem neuesten Stand sein. Beispielsweise werden die OP-Säle mit modernster Technik ausgestattet. Gleichzeitig wollen wir ein Umfeld bieten, in dem sich die Frauen und ihre Familien geborgen fühlen. Das neue Gebäude ist deshalb nach den Prinzipien der Healing Architecture gestaltet.
Wie positioniert sich die Frauenklinik mit diesen Veränderungen in Zukunft?
Christmann: Unser Anspruch ist es weiterhin, in der Zentralschweiz die führende Frauenklinik zu sein. Wir begleiten Frauen über den ganzen Lebenszyklus hinweg – von spezifischen Fragen und Erkrankungen rund um Geburt und Kindheit bis ins hohe Alter.
Brambs: Mit dem Neubau passen wir uns auch aktuellen Entwicklungen an und sind gut gerüstet für die Zukunft. So begegnen wir der zunehmenden Ambulantisierung mit mehr Sprechzimmern. Der Neubau erlaubt zudem schlankere Arbeitsabläufe und abgestimmte Wege der Mitarbeitenden und der Patientinnen (On-off-Stage-Prinzip). Auch dies bringt für die Patientinnen weniger Wartezeiten und Raumwechsel mit sich. Viele Räume sind zudem standardisiert ausgestattet, sodass sie in Zukunft für unterschiedliche Nutzungen geeignet sind.
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