Was tun gegen die «Nebelschwaden» vor meinem Auge?

Ich (m, 71) leide seit ein paar Monaten in einem Auge an Mouches volantes. Unangenehm sind die vorab bei der PC-Arbeit oder beim Autofahren meinen Blick verschleiernden Punkte und Nebelschwaden. Muss ich damit leben oder kann man etwas dagegen tun? Diese Trübungen sind laut unserem Spezialiten eine Folge einer altersbedingten Glaskörperabhebung. Eine Operation hat guten Erfolg, doch oft lassen die Symptome nach einiger Zeit wieder nach.

25. April 2022

Lesezeit: 2 Minuten
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Dr. med. Jeremy Howell, Leitender Arzt, Augenklinik Luzerner Kantonsspital

Die sogenannten Mouches volantes, die Sie beschreiben, werden von den Patienten ganz unterschiedlich wahrgenommen und beschrieben. Die einen sehen Punkte, andere Kreise, Spinnennetze oder eben auch nebelartige Veränderungen. Allen gemeinsam ist, dass sich die Trübungen bei Augenbewegungen leicht verzögert mitbewegen.

Aber was genau sind Mouches volantes? Das Auge ist eine Hohlkugel, die mit einem durchsichtigen Gel gefüllt ist. Diese Substanz nennt sich Glaskörper. Leider verkleinert sich dieser im Laufe des Lebens, wodurch sich der Glaskörper zusammenzieht und nach vorne rutscht. Dies nennt sich Glaskörperabhebung. Dieser Prozess kann gelegentlich durch eine Graustar-Operation beschleunigt werden. Häufig werden die Mouches volantes jedoch durch die bessere Sicht nach der Graustar-Operation überhaupt erst gesehen.

Durch das Zusammenziehen des Glaskörpers bilden sich viele kleine Verdichtungen, die dann sowohl als Punkte wie auch als Nebelschwaden wahrgenommen werden. Am meisten stören die Verdichtungen beim Blick auf helle Hintergründe wie etwa beim Skifahren, bei der Arbeit an hellen Bildschirmen oder beim Tagträumen mit Blick in den Himmel.

Solange die Verdichtungen nahe an der Netzhaut liegen, also zu Beginn der Glaskörperabhebung, sind die Mouches volantes deutlich und dunkel sichtbar, vergleichbar mit dem Schattenwurf eines Gegenstandes nahe an einer Wand. Im ersten Jahr nach der Abhebung wandert der Glaskörper mit seinen Verdichtungen weiter nach vorne, also weg von der Netzhaut, was zur Folge hat, dass die Mouches volantes viel durchsichtiger erscheinen.

Die meisten Menschen gewöhnen sich mit der Zeit gut an die mittlerweile schwachen Symptome der Glaskörperabhebung, sodass sich nur in seltenen Fällen therapeutischen Massnahmen aufdrängen. Allerdings gibt es immer wieder Patienten, die nach einem Jahr weiterhin durch die herumwirbelnden Trübungen geplagt sind. Diese Patienten sehe ich dann regelmässig in meiner Sprechstunde mit der Frage, ob man nicht etwas dagegen unternehmen kann.

Operation hat sehr gut Prognose

Tatsächlich kann man den störenden Glaskörper in einer Operation elegant entfernen. Die Operation mit ausgezeichneter Prognose dauert insgesamt zirka 45 Minuten und wird in den meisten Fällen stationär durchgeführt.

Zusammenfassend kann ich Ihnen beruhigend mitteilen, dass sich Ihre Symptome mit dem störenden Nebel voraussichtlich in den nächsten paar Monaten bessern wird. Sollte dies nicht der Fall sein, empfehle ich Ihnen nach einem Jahr das Aufsuchen eines erfahrenen Netzhautchirurgen zur Beratung hinsichtlich der Entfernung Ihrer Glaskörpertrübungen.

 

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