Welt-Parkinson-Tag 2026: Angehörige im Fokus

Parkinson ist eine fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems. Zu den bekanntesten Symptomen gehören Zittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit und Gleichgewichtsschwierigkeiten. Weniger sichtbar, aber ebenso belastend sind nicht-motorischen Symptome wie Depressionen, Angststörungen, Gedächtnisprobleme, Inkontinenz oder Schlafstörungen. Sie beeinträchtigen nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch deren Umfeld.
«Viele Veränderungen sind für Aussenstehende in der Anfangszeit der Erkrankung kaum erkennbar», erklärt Pflegeexpertin Claudia Gabriel von der Klinik für Neurologie und Neurorehabilitation am LUKS Luzern. «Rund ein Drittel der Patientinnen und Patienten hat kein Zittern. Symptome wie Halluzinationen oder Inkontinenz passieren im Alltag im Verborgenen und können Angehörige stark fordern. Sie leisten viel in Bezug auf die Alltagsgestaltung: Sie unterstützen bei der Einnahme von Medikamenten, beobachten Veränderungen und versuchen gemeinsam mit der betroffenen Person ein möglichst normales Leben aufrechtzuerhalten. Das führt zu Belastungen und zunehmender sozialer Isolation.»
In jeder Phase der Erkrankung – von der Diagnose bis zu Therapieanpassungen – erleben Betroffene und Angehörige Unsicherheit. Es sind Momente, die «durchschütteln», weil viele Fragen offen blieben, weiss Claudia Gabriel: Was kommt auf uns zu? Was ist noch normal?
Gezielte Unterstützung: LUKS und XUND stärken Angehörige
Um Angehörige zu entlasten und ihnen Sicherheit zu vermitteln, hat das LUKS gemeinsam mit dem Bildungszentrum XUND in den vergangenen Jahren spezialisierte Angebote aufgebaut. Besonders das Seminar «Mitbetroffen von Parkinson» hat sich als wertvolle Plattform etabliert.
In den Schulungsnachmittagen werden Themen behandelt, die den Alltag konkret erleichtern, darunter Bewegungsunterstützung, Energiemanagement, der Umgang mit kognitiven und nicht-motorischen Symptomen, Informationen zu Entlastungsangeboten, Hilfsmitteln und Tagesstruktur sowie alltagsnahe Achtsamkeitsübungen.
Die Rückmeldungen der Teilnehmenden bestätigen die grosse Relevanz dieser Inhalte. Aussagen wie «Ich bin nicht alleine», «Viele gute Inputs» oder «Bitte mehr davon – sehr hilfreich» unterstreichen den Nutzen des Austauschs unter Angehörigen und die hohe Expertise der involvierten Fachpersonen aus Ergo-, Physio- und Pflegeberufen.
Aufgrund der starken Resonanz wird das Seminarangebot weitergeführt. Pro Jahr sind zwei Kurse für Angehörige von Menschen mit Parkinson geplant sowie ein zusätzlicher Kurs für Angehörige von Schlaganfall-Betroffenen.
Ein starkes Zeichen zum Welt-Parkinson-Tag
Die Herausforderung bleibt allerdings, Angehörige zu erreichen. Viele sind durch ihre Betreuungspflichten so eingespannt, dass sie kaum Zeit finden, sich über Entlastungsangebote zu informieren.
Mit dem Fokus auf Angehörige setzt das LUKS ein wichtiges Zeichen: Hinter jeder Parkinson-Erkrankung steht ein Netzwerk von Menschen, die Tag für Tag unterstützen, begleiten und auffangen. Sie verdienen Anerkennung, Wissen und konkrete Hilfe.
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