Wie gefährlich ist eine Blutung nach der Menopause?

Seit fast 10 Jahren bin ich (63 Jahre) in der Menopause. Nun habe ich plötzlich wieder eine Blutung bekommen. Muss ich mich untersuchen lassen? Unsere Spezialistin rät eindeutig, zeitnah mit der Frauenärztin Kontakt aufzunehmen. Eine gynäkologische Abklärung sei ratsam, auch wenn eine solche Blutung nicht immer besorgniserregend sei.

6. Oktober 2021

Lesezeit: 2 Minuten
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Dr. med. Christine Brambs, Chefärztin und Co-Leiterin Frauenklinik

Jeder Frau mit einer vaginalen Blutung mindestens 1 Jahr nach der letzten regulären Menstruations-Blutung rate ich zu einer gynäkologischen Abklärung. Eine solche Blutung muss zwar nicht immer besorgniserregend sein – auch eine vaginale Trockenheit oder Entzündungen können Blutungen verursachen. Allerdings kann eine vaginale Blutung nach der Menopause auch ein Hinweis auf eine bösartige Erkrankung der Gebärmutterhöhle (Endometriumkarzinom) oder eine Vorstufe einer solchen Erkrankung (atypische Endometriumhyperplasie) sein. Die Gebärmutterhöhle ist im Inneren von Schleimhaut (Endometrium) ausgekleidet, die auf das weibliche Geschlechtshormon Östrogen reagiert. Frauen in der Menopause produzieren deutlich weniger Östrogen als Frauen vor den Wechseljahren, sodass die Schleimhaut in Ihrem Alter sehr flach sein und nicht mehr bluten sollte.

Bei gutartigen Veränderungen genügt in den meisten Fällen die gynäkologische Vorsorge.

Dr. med. Christine Brambs, Chefärztin und Co-Leiterin Frauenklinik

Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt kann viele wichtige Informationen gewinnen: Woher genau kommt die Blutung? Ist im Ultraschall eine hoch aufgebaute Gebärmutterschleimhaut zu sehen? Sollte die Untersuchung ergeben, dass die Blutung aus der Gebärmutterhöhle kommt, wird Ihre Frauenärztin oder Ihr Frauenarzt Ihnen eine Gewebeentnahme empfehlen. Diese kann in der Praxis mit einer sogenannten Pipelle oder unter einer Kurznarkose im Rahmen eines ambulanten Eingriffs durchgeführt werden (Curettage). Eine solche Entnahme ist notwendig, um mit Sicherheit sagen zu können, um welche Art von Gewebe es sich im Inneren der Gebärmutter handelt. Bei gutartigen Veränderungen genügt in den meisten Fällen die gynäkologische Vorsorge. Sollte eine Krebsvorstufe festgestellt werden, so besteht ein Risiko von zirka 25 Prozent, dass sich unbehandelt eine bösartige Erkrankung entwickelt. Dies kann durch die Entfernung der Gebärmutter, der Eierstöcke und Eileiter verhindert werden.

Sollte bereits eine solche bösartige Erkrankung vorhanden sein, ist ebenfalls eine Entfernung der Gebärmutter, der Eierstöcke sowie der Eileiter notwendig. Dies wird in der Regel mit einer Bauchspiegelung durchgeführt. Abhängig von den genauen Eigenschaften des Tumors müssen mitunter noch die Lymphknoten im Becken und entlang der grossen Hohlvene und der Hauptschlagader untersucht werden. Durch das Auftreten und die Abklärung von Blutungen in der Menopause kann eine bösartige Erkrankung der Gebärmutterhöhle bei den meisten Frauen in einem frühen Stadium beziehungsweise schon als Krebsvorstufe festgestellt werden. Ein Endometriumkarzinom im frühen Stadium kann praktisch immer durch eine Operation geheilt werden und hat eine exzellente Prognose. Zusammenfassend würde ich Ihnen eindeutig raten, zeitnah mit Ihrer Frauenärztin Kontakt aufzunehmen.

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