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Wie gut werden Herzinsuffizienz-Patienten behandelt? Studie des LUKS zeigt Verbesserungsbedarf

Knapp 800 Ärztinnen und Ärzte aus drei Ländern wurden zu ihrer Behandlung von Patientinnen und Patienten mit akuter Herzinsuffizienz befragt. Die Ergebnisse zeigen: Moderne Konzepte zur Überwachung des Therapieerfolgs haben die klinische Praxis noch nicht vollständig erreicht.
10. Juli 2026
Lesezeit: 2 Minuten
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Wie lässt sich früh erkennen, ob eine Entwässerungstherapie bei akuter Herzinsuffizienz wirksam ist? Mit dieser Frage hat sich ein Forschungsteam des Notfallzentrums des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) beschäftigt. Die Studie zeigt, dass aktuelle Leitlinienempfehlungen zwar bekannt sind, aber noch nicht konsequent im klinischen Alltag umgesetzt werden.

Unter der Leitung von Dr. med. Niclas Geldermann, Dr. med. Matthias Paul und Prof. Dr. med. Michael Christ befragten die Forschenden knapp 800 Ärztinnen und Ärzte aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Mithilfe standardisierter Fallvignetten untersuchten sie, wie Fachpersonen in Notfallmedizin, Innerer Medizin, Hausarztmedizin und weiteren Disziplinen typische Behandlungssituationen bei akuter Herzinsuffizienz beurteilen.

Im Fokus standen die initiale Entwässerungstherapie, die Überwachung des Behandlungserfolgs sowie das Vorgehen bei unzureichendem Ansprechen auf die Therapie. Die Ergebnisse zeigen, dass die Mehrheit der Teilnehmenden die Bedeutung einer frühen Therapiekontrolle erkannt hat: 94 Prozent würden den Behandlungserfolg bereits innerhalb der ersten Stunden erneut beurteilen.

Lücke zwischen Leitlinien und klinischer Praxis

Gleichzeitig offenbarte die Studie eine deutliche Diskrepanz zwischen Leitlinienempfehlungen und klinischer Praxis. Obwohl die aktuellen europäischen Leitlinien die Messung des Urin-Natriums zur Beurteilung der Entstauung in der Akutsituation empfehlen, setzen lediglich 16,9 Prozent der Befragten diese Untersuchung routinemässig ein.

«Unsere Ergebnisse zeigen, dass moderne Konzepte zur Überwachung der Entwässerungstherapie zwar in den Leitlinien verankert sind, im klinischen Alltag aber noch nicht flächendeckend angewendet werden», sagt Dr. med. Niclas Geldermann, Oberarzt am Notfallzentrum des Luzerner Kantonsspitals und Erstautor der Studie. «Die Urin-Natrium-Messung kann wertvolle Hinweise darauf liefern, ob eine Therapie ausreichend wirkt und ob frühzeitig Anpassungen notwendig sind.»

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Dr. med. Niclas Geldermann untersuchte mit seinem Team typische Behandlungssituationen bei akuter Herzinsuffizienz.

Die Forschenden sehen darin eine Chance, die notfall- und akutmedizinische Versorgung von Patientinnen und Patienten mit akuter Herzinsuffizienz weiter zu verbessern. Eine frühzeitige Beurteilung des Therapieansprechens ermöglicht es, unzureichende Behandlungserfolge rascher zu erkennen und die Therapie gezielt anzupassen. Dadurch könnten Komplikationen reduziert sowie Spitalaufenthalte verkürzt werden.

Erkenntnisse für die Versorgungsqualität nutzen

Auch aus Sicht des Qualitätsmanagements sind die Erkenntnisse von Bedeutung. Sie liefern wertvolle Hinweise darauf, wie evidenzbasierte Empfehlungen besser in standardisierte Behandlungsprozesse integriert werden können.

«Die Studie macht sichtbar, dass selbst gut etablierte Leitlinienempfehlungen nicht automatisch im klinischen Alltag ankommen. Solche Erkenntnisse sind entscheidend, um Behandlungsprozesse gezielt weiterzuentwickeln und die Versorgungsqualität nachhaltig zu verbessern», sagt Andrea Bürgi, stellvertretende Leiterin Qualitätsmanagement am Luzerner Kantonsspital.

Die Studie wurde in der Fachzeitschrift ESC Heart Failure publiziert. Gefördert wurde das Projekt von der Stiftung für klinische Forschung des Luzerner Kantonsspitals. Die Ergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der aktuellen Versorgungspraxis im deutschsprachigen Raum und können dazu beitragen, zukünftige Fortbildungsangebote sowie standardisierte Behandlungspfade gezielt weiterzuentwickeln.

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