Wie soll ich mich bei Krebserkrankung ernähren?

Auch wenn es keine einheitliche Ernährungsempfehlung bei Krebserkrankungen gibt, können wir Ihnen ein paar hilfreiche Tipps geben. Sie finden im Beitrag von Alessia Priuli, Stv. Leiterin Ernährungsberatung, auch einige Rezeptideen.

1. Dezember 2020

Lesezeit: 3 Minuten
Gefüllte Auberginen

Kann ich mit meiner Ernährung den Verlauf meiner Krebserkrankung beeinflussen?

Eine einheitliche Ernährungsempfehlung bei Krebserkrankungen existiert nicht. Eine Krebserkrankung verändert den Körper und den Stoffwechsel und kann unterschiedliche Körperbereiche beeinflussen. Sie erhöht auch den Energie- und Eiweissbedarf, die verschiedenen Therapien sowie Operationen können ferner den Geschmack und die Verdauung beeinflussen und verändern. Somit sind das Risiko der Appetitlosigkeit und die daraus resultierende Mangelernährung im Falle einer Krebserkrankung erhöht. Die Ernährung während einer Krebserkrankung soll individuell auf die Bedürfnisse und den Krankheitsverlauf der Patienten angepasst werden.

Gibt es Krebsdiäten?

Nein, es gibt keine Krebsdiäten. Auch keine einzelnen Lebensmittel oder Inhaltsstoffe, die allein zu einer Krebsheilung führen oder eine Krebserkrankung verhindern können. Entscheidend ist vielmehr die Gesamtheit aller Lebensmittel. Ernährungsformen, die eine Heilung versprechen, sind unseriös und gefährlich. Einseitige Diäten, die auf ganz bestimmte Lebensmittel oder Nährstoffe setzen, fördern eine Mangelernährung und können mehr schaden als nützen. Schlussendlich braucht unser Körper alle notwendigen Nährstoffe in verschiedenen Mengen und Formen. Eine gute Versorgung mit Energie und Nährstoffen, möglichst vielfältig, vollwertig und ausgewogen, kann helfen, die Lebensqualität zu steigern, die Nebenwirkungen zu lindern und den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.

Soll ich auf Zucker und Kohlenhydrate verzichten?

In Internet-Ratgebern stösst man immer wieder auf Aussagen, dass sich Krebs von Zucker ernährt. Viele Patienten haben dann das Gefühl, sie könnten mit dem Verzicht auf Zucker und Kohlenhydrate den Krebs «aushungern». Die Hypothese wurde vom berühmten Mediziner Otto Warburg bereits 1924 aufgestellt. Es konnte bis heute jedoch nicht wissenschaftlich bestätigt werden, dass der Verzicht auf Zucker oder allgemein auf Kohlenhydrate Krebs vorbeugen oder einen bestehenden Tumor zum Absterben bringen kann. Beides sind Energieträger für unseren Körper. Dieser kann praktisch aus allen Nährstoffen Glukose bilden, jene Zuckerart, die letztlich alle menschlichen Zellen für den Stoffwechsel brauchen. Krebs lässt sich nicht aushungern, indem man auf Zucker verzichtet. Vielmehr hungern wir durch Verzicht auf Zucker den ganzen Körper aus. Und damit steigt das Risiko für eine Mangelernährung, unter der viele Patienten ohnehin schon leiden.

Gelten diese Aussagen für alle Kohlenhydrate?

Es ist sehr wichtig, einen Unterschied zwischen verarbeiteten Kohlenhydraten wie Zucker, raffinierten Weissmehl-Produkten und gesüssten Getränken sowie den allgemeinen komplexen Kohlenhydraten wie Stärkeprodukten und Nahrungsfasern zu machen. Es kann aus allgemeinen gesundheitlichen Gründen vorteilhaft sein, den Konsum von einfachen Kohlenhydraten zu reduzieren, da diese letztendlich nährstoffärmer sind. Anders sieht es für komplexe Kohlenhydrate wie Ballaststoffe aus. Diese unterstützen im Darm die Aktivität der Darmbakterien, die zur Aktivierung unseres Immunsystems beitragen. Man sollte auf eine gute Qualität von Kohlenhydraten achten, raffinierte Weissmehlprodukte, Süssgetränke und Fertigprodukte reduzieren und ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte bevorzugen. Betroffene sollten sich nicht durch unbegründete Diätwarnungen unter Druck setzen lassen und unnötigen Einschränkungen folgen. Das Essen soll ja letztlich eine Quelle des Wohlgefühls sein und zu höherer Lebensqualität beitragen und nicht zu einer noch grösseren Belastung führen.

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