Gastroenterologie und Hepatologie
LUKS Luzern | Universitäres Lehr- und Forschungsspital
Dickdarmspiegelung (Koloskopie)
Was ist eine Darmspiegelung?
Bei der Darmspiegelung wird der gesamte Dickdarm, die letzten Zentimeter des Dünndarms, der Enddarm sowie der After untersucht. Dabei können verschiedene Darmkrankheiten inklusive Darmkrebs erkannt werden und bei Bedarf Gewebeproben entnommen oder Polypen (Schleimhautwucherungen) abgetragen werden. Die Untersuchung wird meist nach intravenöser Gabe eines Schlafmittels (Propofol) vorgenommen. Alternativ kann die Untersuchung auf Ihren expliziten Wunsch hin auch wach durchgeführt werden. Sie dauert in der Regel ca. 30 Minuten und wird meist ambulant durchgeführt. Insgesamt (mit Vor- und Nachbereitung) sollten Sie mit einer Aufenthaltsdauer von ca. 2 Stunden rechnen. Nach der Untersuchung dürfen Sie den ganzen Tag nicht Auto fahren, sofern sie das Schlafmittel (Propofol) erhalten haben.
Vorbereitung zur Darmspiegelung
Die Darmspiegelung erfordert eine Darmspülung als Vorbereitung, wobei eine spezielle Trinkflüssigkeit sowohl am Vorabend der Untersuchung sowie am Morgen des Untersuchungstages eingenommen werden muss. 3 Tage vor der Untersuchung sollten zudem bestimmte Lebensmittel gemieden werden – etwa Vollkornprodukte, kleine Samen oder faserreiche Speisen. Diese können Rückstände hinterlassen, die die Sicht behindern oder die feinen Kanäle des Spiegelungsgerätes verstopfen. Eine gute Darmvorbereitung ist essenziell für eine freie Sicht im Darm und somit eine gute Untersuchungsqualität. Ziel ist, dass nur noch helle, klare Flüssigkeit ausgeschieden wird.
Darmkrebsvorsorge
Die Koloskopie erlaubt eine Früherkennung von Polypen. Dies sind primär gutartige Wucherungen, welche meist keine Beschwerden verursachen. Da im Verlauf aus einem Polypen Dickdarmkrebs entstehen kann, wird die Koloskopie als Vorsorgeuntersuchung in der Schweiz für alle Personen im Alter zwischen 50 und 75 Jahren empfohlen. Eine mögliche Alternative zur Darmspiegelung als Vorsorge stellt der Stuhltest dar. Weitere Infos finden sie hier. Wenn Polypen gefunden werden, könne diese meist direkt mit einer Schlinge entfernt werden. Wenn grössere oder zahlreiche Polypen entfernt werden müssen, sind regelmässige Nachkontrollen in den folgenden Jahren nötig. Hierüber werden wir Sie nach der Untersuchung informieren.
Welche Komplikationen können bei einer Darmspiegelung auftreten?
Nach der Darmspiegelung kann es kurzzeitig zu Bauchschmerzen oder Blähungen kommen, weil der Darm während der Untersuchung mit CO2 (Kohlenstoffdioxid) aufgeblasen wird. Ferner kann es zu verändertem Stuhlgang in den folgenden Tagen kommen. Insgesamt ist die Darmspiegelung sehr risikoarm und schwere Komplikationen treten nur sehr selten auf. Auch nach einer Polypektomie kommt es nur selten zur Nachblutung oder einem Darmdurchbruch. Wer Blutverdünner nimmt, sollte vorher klären, ob bzw. wann diese Medikamente vor der Darmspiegelung abgesetzt werden müssen. Selten kann zudem das Schlafmittel (Propofol) das Herz oder die Atmung kurzzeitig beeinträchtigen.