Corona-Immunitas-Studie in Luzern ist beendet

Ein Jahr lang wurden die gesundheitlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Covid-19- Pandemie im Kanton Luzern untersucht. Nun geht der zentral koordinierte Teil der nationalen Studie zu Ende und die gewonnenen Daten werden analysiert.

17. Dezember 2021

Lesezeit: 3 Minuten
Immunitas Stiudie

Bei der Corona-Immunitas-Studie Luzern, durchgeführt vom Departement Gesundheitswissenschaften und Medizin der Universität Luzern in Zusammenarbeit mit dem Luzerner Kantonsspital (LUKS), ging es in erster Linie darum, herauszufinden, wie viele Personen im Kanton Luzern Antikörper gegen das SARS-CoV-2-Virus aufweisen. Basierend auf einer vom Bundesamt für Statistik ausgewählten Zufallsstichprobe wurden zwei Altersgruppen zur Teilnahme an der Studie eingeladen (20-64 Jahre und 65+ Jahre). Insgesamt füllten in zwei Phasen (Phase III und Phase IV) – zwischen Januar und Juli 2021 – 1‘029 Luzerner und Luzernerinnen einen ersten Fragebogen aus und wurden auf Antikörper getestet. Die Blutentnahmen fanden hauptsächlich am LUKS in Luzern statt. Um die Teilnahme auch gefährdeten Personen möglich zu machen, wurden diese vom Forschungsteam mit einem speziell ausgebauten Bus besucht.

Repräsentativ für den Kanton Luzern

Die Daten zur Seroprävalenz, das heisst, wie viele Personen sich mit dem Coronavirus infiziert haben oder aufgrund der Impfung Antikörper aufweisen, sind für die Bevölkerung des Kanton Luzerns repräsentativ. In Phase III (25. Januar – 25. Februar 2021) betrug die Gesamtseroprävalenz 18%, wobei beide Altersgruppen ein ähnliches Resultat aufwiesen. In Phase IV (24. Mai – 1. Juli 2021) betrug die Gesamtseroprävalenz 58%. Hier wurde ersichtlich, dass die jüngere Altersgruppe deutlich weniger Antikörper aufwies. Dies kann unter anderem damit erklärt werden, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Gelegenheit zum Impfen erhalten hatte .

Gesellschaftliche und gesundheitliche Auswirkungen

Die Mehrheit (90%) der Studienteilnehmenden erklärte sich bereit, regelmässig bei elektronischen kurzen und längeren Befragungen mitzumachen. Dabei wurden Fragen zum Impfstatus und Einhalten der Schutzmassnahmen, zu Auswirkungen der Pandemie und Massnahmen auf die mentale Gesundheit (Depression, Angst und Stress) und Wohlbefinden sowie zu vielen weiteren Themen gestellt. Bis Ende 2021 machten hierbei 963 Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer aus Luzern mit.

Alle gesammelten Daten werden anonymisiert ausgewertet, um sowohl gesundheitliche wie auch gesellschaftliche Auswirkungen der Corona-Pandemie zu untersuchen. Im Vordergrund stehen die Auswirkungen auf die mentale Gesundheit. Erste Resultate für die Luzerner Bevölkerung zeigen, dass es der Mehrheit der Studienteilnehmenden während der Pandemie grundsätzlich gut ging. Allerdings zeigen sich Unterschiede, wenn man die Ergebnisse genauer betrachtet. Alter, Herkunft und Einkommen spielen hierbei eine wichtige Rolle. Zwischen Februar und September etwa wies vor allem die junge Bevölkerungsgruppe vermehrt Symptome von Depression, Angst und Stress auf. Stärker betroffen waren auch Nicht-Schweizer und Personen mit niedrigem Haushaltseinkommen. Diese Resultate werden nun weiter analysiert und sollen später in Fachzeitschriften publiziert werden.

Grosses Engagement der Teilnehmenden

Die Studie war nur durch die kontinuierliche Teilnahme der Luzerner Bevölkerung möglich. Für die Blutentnahmen in den Luzerner Spitälern wurden zudem externe Hilfskräfte rekrutiert, welche die Datenerhebung tatkräftig unterstützt hatten.

Für das Corona-Immunitas-Projekt arbeiteten die Universität und das Luzerner Kantonsspital eng zusammen. Das Kernteam der Universität Luzern und des LUKS setzte sich zusammen aus Chantal Lüdi (Studentin Master in Health Sciences), Christine Krähenbühl (Datenmanagerin), Dr. Irène Frank (Klinische Studien) und Dr. Erika Harju (Projektmanagement und Forschungskoordination). Die Studienleitung hatten Prof. Dr. Gisela Michel und Prof. Dr. Reto Babst inne.

Daten der Studie als Entscheidungsgrundlagen

Die Studien des Corona-Immunitas-Projekts liefern der Politik mit verlässlichen epidemiologischen Daten wichtige Entscheidungsgrundlagen für die Ergreifung von verhältnismässigen und wirkungsvollen Schutzmassnahmen. Weiter helfen die Studien Impfprogramme zu planen und bei der besseren Vorbereitung auf künftige Coronavirus-Wellen oder andere Virusausbrüche.

Corona-Immunitas vereint schweizweit über 40 Studien zur Covid-19 Pandemie und wird von der Swiss School of Public Health (SSPH+) koordiniert.

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