Kopf-Hals-Tumoren: Warum Zusammenarbeit und Planung entscheidend sind

Kopf-Hals-Tumoren gehören zu den komplexesten Krebsarten. Sie betreffen zentrale Funktionen wie Sprechen, Schlucken, Kauen, Sehen oder Atmen und sind für Betroffene und ihre Angehörigen oft mit grosser Unsicherheit verbunden. Die Behandlung ist anspruchsvoll und erfordert viele Entscheidungen. Umso wichtiger ist es, dass Patientinnen und Patienten dabei Orientierung erhalten.
Am Kopf-Hals-Tumorzentrum des Luzerner Kantonsspitals (LUKS) arbeiten Fachpersonen aus der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde, der Radioonkologie, der Medizinischen Onkologie, der Radiologie und der Nuklearmedizin, der Pathologie sowie weiterer Disziplinen eng zusammen. Diagnostik, Therapie und Nachsorge werden gemeinsam geplant; Patientinnen und Patienten durch den gesamten Prozess begleitet.
«Gerade bei Kopf-Hals-Tumoren ist es entscheidend, dass alle beteiligten Fachgebiete frühzeitig zusammenarbeiten. Nur so können wir für jede Patientin und jeden Patienten eine bestmögliche individuelle Lösung finden», sagt Dr. med. Nadja Stenz, Oberärztin HNO und ärztliche Koordinatorin des Kopf-Hals-Tumorzentrums. Bei der Planung des Behandlungsablaufs werden sowohl medizinische als auch persönliche Faktoren berücksichtigt, und Entscheidungen gemeinsam im interdisziplinären Team getroffen.

Zunehmend kommen digitale Verfahren zum Einsatz, etwa die virtuelle chirurgische Planung (Virtual Surgical Planning, VSP), 3D-Modelle im eigenen Labor oder durchgängige digitale Prozessketten. Eingriffe können so bereits im Voraus simuliert und vorbereitet werden, bevor die eigentliche Operation stattfindet. «Die digitale Planung hilft uns nicht nur, uns optimal auf die Operation vorzubereiten und sie als Navigation zu nutzen, um noch präziser zu operieren. Sie ermöglicht es auch, Patientinnen und Patienten besser in die Entscheidungen einzubeziehen und die Reproduzierbarkeit – also jedes Mal das gleiche gute Ergebnis zu erzielen – sicherzustellen», erklärt Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Thomas Gander, Chefarzt MKG.
Darüber hinaus spielt auch die Kommunikation eine zentrale Rolle. Mit immersiven Technologien wie Augmented Reality lassen sich in Zukunft komplexe Eingriffe anschaulich erklären. Betroffene sehen im Raum, was geplant ist, und können besser nachvollziehen, welche Veränderungen vorgenommen werden.
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