Nach Krebs im Kindesalter: Vorzeigeprojekt bietet lebenslange Begleitung

Erwachsene, die im Kindes- oder Jugendalter an Krebs erkrankt waren, zählen heute zu einer stetig wachsenden Patientengruppe. Viele von ihnen entwickeln Jahre oder Jahrzehnte nach Abschluss der Therapie Spätfolgen, die häufig nicht onkologischer, sondern internistischer Natur sind – etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Störungen anderer Organsysteme oder Stoffwechselprobleme. Auch psychologische und psychosoziale Belastungen sind keine Seltenheit.
Genau hier setzt das Angebot des LUKS an. Die «Childhood Cancer Survivor Nachsorgesprechstunde» richtet sich an alle erwachsenen Cancer Survivors in der Schweiz, die vor ihrem 18. Lebensjahr eine onkologische Erkrankung hatten.
Ziel der Nachsorgesprechstunde ist es, Spätfolgen frühzeitig zu erkennen oder zu verhindern, die Lebensqualität der Cancer Survivors nachhaltig zu verbessern und bestehende gesundheitliche Risiken systematisch zu reduzieren. Gleichzeitig gewährleistet das Angebot eine integrierte Versorgung – bei Bedarf in enger Zusammenarbeit mit Hausärztinnen und Hausärzten sowie weiteren Fachdisziplinen.
Der individuelle Nachsorgeplan
Zentrales Element des Angebots ist ein interdisziplinärer und interprofessioneller Konsultationstag. Grundlage der Betreuung bildet ein individueller Nachsorgeplan, der mithilfe des international etablierten Tools «Passport for Care®» erstellt wird.
Dieser Nachsorgeplan enthält:
- Angaben zur ursprünglichen Diagnose und Krebstherapie
- ein individuelles Risikoprofil
- konkrete Empfehlungen für medizinische Screenings und Untersuchungen
- präventive Gesundheitstipps
- Hinweise zur psychologischen und psychoonkologischen Begleitung
Der Nachsorgeplan dient den Betroffenen wie auch den weiterbetreuenden Fachpersonen als langfristige Orientierung. Am Sprechstundentag werden die darin empfohlenen Untersuchungen durchgeführt.
Nationale Anerkennung als Vorzeigeprojekt
Die Bedeutung des Angebots wurde auch auf nationaler Ebene anerkannt: In einer Studie von ECOPLAN zur Krebsnachsorge in der Schweiz wurde die Nachsorgesprechstunde des LUKS als Leuchtturmprojekt hervorgehoben. Sie gilt als beispielhaft für eine strukturierte, risikoadaptierte und patientenzentrierte Langzeitnachsorge für Cancer Survivors.
Geführt wird die Sprechstunde von Dr. med. Sacha Plüss, Oberarzt und Internist am LUKS Luzern mit langjähriger Erfahrung in der Betreuung von Menschen nach einer Krebserkrankung im Kindesalter. Seine Expertise floss 2025 auch in die Erarbeitung nationaler Konsensus-Empfehlungen für Erwachsene ein – ein Engagement, das direkt aus der praktischen Arbeit mit den Betroffenen entstanden ist.
Dr. med. Sacha Plüss betont: «Diese Konsensus-Empfehlungen werden zu Guidelines für Nachsorgesprechstunden für Erwachsene Cancer Survivors weiterverarbeitet. Solche gibt es bisher noch nicht.»

Engagement zum Cancer Survivor Day
Zum Cancer Survivor Day am 7. Juni 2026 unterstreicht das Luzerner Kantonsspital sein langfristiges Engagement für Menschen, die eine Krebserkrankung überlebt haben. Die «Childhood Cancer Survivor Nachsorgesprechstunde» zeigt exemplarisch, wie spezialisierte Nachsorge dazu beitragen kann, gesundheitliche Risiken zu minimieren, Versorgungslücken zu schliessen und Betroffenen ein möglichst gesundes und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen.
Strategie
Spezialisten
Fachbereiche
