Ganz nah am Patienten

Rahel Brüniger ist eine von 7391 Mitarbeitenden des LUKS. Sie absolviert eine berufsbegleitende Weiterbildung auf der Intensivstation. Das grösste Zentrumsspital der Schweiz und der grösste Arbeitgeber der Zentralschweiz vereint mehr als 100 Berufsgruppen.

1. April 2021

Lesezeit: 3 Minuten
Rahel Brüniger

Ich möchte wissen, wie der menschliche Körper funktioniert, was bei einer Erkrankung abläuft und was man dann tun kann. Der medizinische Hintergrund hat mich schon in der Grundausbildung zur Pflegefachfrau interessiert. Nachdem ich einmal versuchsweise schauen konnte, wie auf einer Intensivstation gearbeitet wird, war für mich klar, dass ich «Expertin Intensivpflege» werden möchte. Jetzt bin ich im zweiten Jahr meiner Ausbildung und sehr glücklich darüber, dass ich so viel lernen darf.

Auf der Intensivstation kümmern wir uns um Patientinnen und Patienten, die sich in einem kritischen Gesundheitszustand befinden und rund um die Uhr betreut werden müssen, zum Beispiel nach einer Herzoperation oder nach einem schweren Unfall. Die Krankheitsbilder und Verletzungsmuster sind oft sehr komplex. Deswegen betreuen wir oft nur einen einzigen Patienten und sind daher sehr nah dran. Häufig können wir nicht direkt kommunizieren, weil die Patienten zum Beispiel in einem künstlichen Koma sind. Umso wichtiger ist der Kontakt zu den Angehörigen. Wir rufen sie jeden Morgen an und berichten ihnen, wie die letzte Nacht war. Oft können uns die Angehörigen gute Hinweise geben, was bei einem Patienten hilfreich sein könnte.

Das Team entscheidet

Wir Pflegenden müssen über medizinisch-pflegerische Kenntnisse verfügen, damit wir die Behandlung optimal unterstützen können. Wir überwachen und dokumentieren den Zustand eines Patienten, richten Medikamente und begleiten ihn, wenn zusätzliche Untersuchungen nötig sind, wie beispielsweise eine Magnetresonanztomografie. Zudem müssen wir die Geräte bedienen können, an die die Patienten angeschlossen sind. Ich empfinde die Intensivpflege als sehr abwechslungsreich. Was ich besonders schätze, ist die starke Zusammenarbeit im Team: Wir Pflegenden bewerten gemeinsam mit den Ärzten, wie sich die Patienten unter der Behandlung entwickeln und welche nächsten Schritte sinnvoll sind. In Notsituationen müssen wir sehr schnell reagieren. Auch dafür müssen wir als Team eng und gut zusammenarbeiten.

Unser Team ist schon sehr gross. Allein in der Pflege sind wir mit Leitung und Auszubildenden etwa 140 Personen, hinzu kommen mehr als 30 Ärztinnen und Ärzte. Zudem kommen wir mit vielen verschiedenen medizinischen Disziplinen und Berufsgruppen in Kontakt, was ich sehr spannend und lehrreich finde. Das LUKS ist ja das grösste Zentrumsspital der Schweiz und beschäftigt mehr als 100 Berufsgruppen. Mit meiner Ausbildung am XUND-Bildungszentrum und im LUKS bin ich sehr zufrieden. Auf der Station geht man mit uns Auszubildenden sehr offen und wertschätzend um. Ich mache zum Beispiel gerne Früh- und Spätdienst, die Nachtschicht liegt mir nicht. Ich finde schön, dass man auf Wünsche Rücksicht nimmt, so gut das geht. Das ist nicht selbstverständlich.

Covid zeigt uns die Grenzen

Insgesamt haben wir auf unserer Station 22 Betten. Eine Hälfte ist grundsätzlich für Covid-Patientinnen und -Patienten reserviert. Sie zu betreuen, ist schon anders, nicht nur wegen der besonderen Schutzmassnahmen, sondern auch, weil es keine eindeutige Behandlung gibt. Eigentlich versuchen wir vor allem, die Folgeschäden klein zu halten. Im Dezember war ich den ganzen Monat in den Covid-Zimmern eingeteilt. Diese Zeit war für mich belastend, besonders auch über Weihnachten. Teilweise konnten Angehörige tagelang aufgrund eigener Quarantäne nicht zu Besuch kommen, es gab nur wenige «Erfolgserlebnisse» bzw. Therapiefortschritte, und die Arbeitsbelastung war psychisch und auch physisch sehr hoch. Das hat mich schon etwas mitgenommen. Mir ist selten so bewusst gewesen, wie sehr wir beim Helfen an unsere Grenzen stossen können.

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